IT & Business Excellence

Mit SAP RDS und der SAP-HANA-Cloud

Wie Schaidt Innovations nach dem Carve Out durchstartet

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Nach dem Carve Out benötigte Schaidt Innovations schnell ein neues ERP-System, um die Geschäftstätigkeit zu sichern. Das gelang mit einer SAP-Rapid-Deployment-Lösung, die in der SAP HANA Enterprise Cloud betrieben wird.
Martin Haas, Mitglied der Geschäftsleitung beim Automobilzulieferer Schaidt Innovations vertraut auf eine SAP-Schnellstartlösung (Rapid Deployment Solution), die in der SAP HANA Enterprise Cloud läuft. Die RDS-Lösung deckt im Standard alle wichtigen Prozesse ab, unter anderem die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) und den Produktionslenkungsplan (PLP).
Martin Haas, Mitglied der Geschäftsleitung beim Automobilzulieferer Schaidt Innovations vertraut auf eine SAP-Schnellstartlösung (Rapid Deployment Solution), die in der SAP HANA Enterprise Cloud läuft. Die RDS-Lösung deckt im Standard alle wichtigen Prozesse ab, unter anderem die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) und den Produktionslenkungsplan (PLP).
Foto: SAP AG

Die Schaidt Innovations GmbH & Co. KG mit Sitz im südpfälzischen Wörth-Schaidt entwickelt und fertigt qualitativ hochwertige Multimedia- und Freisprechsysteme für namhafte Automobilhersteller. Die Infotainment-Produkte werden Just-in-time (JIT) und Just-in-sequence (JIS) an die Montagebänder von Kunden wie Audi, BMW, Porsche, Range Rover oder Volkswagen geliefert. "Dank ausgefeilter Logistikprozesse erfüllen wir nicht nur JIT- und JIS-Anforderungen, sondern können auch auf Versionswechsel oder Nachfrageschwankungen schnell und flexibel reagieren", erläutert Martin Haas, Mitglied der Geschäftsleitung bei Schaidt Innovations.

Schnellstart nach Carve Out: Zum neuen ERP in drei Monaten

Dabei kann die mittelständische Firma mit ihren 530 Beschäftigten auf eine 40-jährige Tradition zurückblicken. Bis vor kurzem war sie nämlich ein Produktionswerk von Harman Becker Automotive Systems, das jedoch seit April 2013 eigenständig als Unternehmen am Markt agiert. Das ehemalige Becker Autoradiowerk war im Rahmen eines Carve Out von den heutigen Geschäftsführern, den Beteiligungsexperten Sebastian Moss und Andreas von Meyer zu Knonow, aus dem Harman-Becker-Konzern herausgelöst worden.

Um die Geschäftstätigkeit und das Überleben sicherzustellen, musste die neue Firma nach der Abspaltung innerhalb kürzester Zeit und praktisch auf ‚der grünen Wiese‘ ein eigenes ERP-System einführen. Es bildete zugleich die Voraussetzung für eine Zertifizierung nach der internationalen Qualitätsnorm ISO/TS 16949, die zwingend notwendig ist, um Kunden aus der Automobilindustrie beliefern zu können. Nach einem intensiven Auswahlprozess, den die Verantwortlichen schon vor dem Carve Out aus der Muttergesellschaft initiiert hatten, fiel die Wahl auf die SAP ERP for Manufacturing Rapid Deployment Solution.

Hochverfügbarer Betrieb in der SAP HANA Cloud

"Die Lösung erfüllte unsere Anforderungen am besten. Sie ist zukunftsfähig, investitionssicher, als vorkonfiguriertes Schnellstartpaket bereits auf die Kernprozesse der Automobilzulieferindustrie abgestimmt und lässt sich ‚Out-of-the-Box‘ installieren", begründet Haas die Wahl. Auch der Preis stimmte. Nicht zuletzt brachten die Mitarbeiter von Schaidt Innovations bereits Erfahrung im Umgang mit SAP-Software mit, da in der ehemaligen Muttergesellschaft ebenfalls ein SAP-ERP-System eingesetzt wird.

Für die Implementierung der SAP RDS-Lösung benötigte der Fertigungsbetrieb vom ersten Kick-off bis zum Produktivstart nur etwas mehr als drei Monate. "Bei der Einführung wie auch bei strategischen Fragestellungen haben uns die Berater von SAP Services hervorragend unterstützt", sagt Haas. Der hochverfügbare und sichere Betrieb der ERP-Software erfolgt in der SAP HANA Enterprise Cloud im Hochleistungsrechenzentrum der SAP. "Indem wir den Betrieb den Experten von SAP überlassen, können wir uns vollständig auf das Kerngeschäft konzentrieren", verdeutlicht Haas die Vorteile. Auch betriebswirtschaftlich war diese Entscheidung sinnvoll. Andernfalls hätten das junge Unternehmen schon bei der Aufnahme seiner Geschäftstätigkeit hohe Anfangsinvestitionen für den Aufbau von IT-Infrastrukturen, das SAP-Know-how sowie die Einstellung und Vergütung von IT-Personal belastet.

Durchgängige Prozesse in hoher Geschwindigkeit

Die Vorzüge der neuen Software machten sich für die Endanwender rasch bemerkbar. Schaidt Innovations bündelt alle Daten- und Informationsflüsse und schafft so durchgängig IT-gestützte und weitgehend automatisierte Betriebsabläufe. Das reicht von der Angebotserstellung über den Einkauf, die Materialwirtschaft, das Projektmanagement, die Produktionsplanung und -steuerung und das Rechnungswesen bis hin zur Auslieferung an Kunden. Auf diese Weise werden Kundenaufträge schnell und sicher bearbeitet und die damit verbundenen Termin-, Personal- und Materialplanungen bedarfsgerecht und wirtschaftlich gesteuert. Durch den SaaS-Cloud-Betrieb auf der In-Memory-Plattform SAP HANA, die Transaktionsdaten extrem schnell verarbeitet, kann das Unternehmen die Geschäftsprozesse zudem in der von Kunden geforderten hohen Geschwindigkeit ausführen. Die Geschäftsführung wiederum kann Analysen und Abfragen auf wichtige Unternehmenskennzahlen, wie etwa den Umsatz, die Auftragslage oder Kundenanfragen, nahezu in Echtzeit durchführen.

Ausschließlich im SAP-Standard arbeiten

"Dabei nutzen wir zur Abwicklung unserer Geschäftsprozesse ausschließlich die bestehenden SAP-Standardfunktionen. So bleibt die IT-Landschaft übersichtlich und wir sparen Kosten für individuelle Prozesserweiterungen", berichtet Haas.

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