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Digitalisierung in den Branchen

Wie reif ist Ihre Firma?

Sven Denecken ist als Senior Vice President, Product Management und Co-Innovation SAP S/4HANA, bei SAP tätig. In seiner Rolle ist er unter anderem auch für strategische Projekte von SAP zuständig und arbeitet eng mit SAP-Partnern und Kunden zusammen.
Durch neue digitale Technologien werden einige Unternehmen andere Firmen überholen und einige Branchen ihre Vorreiterrolle weiter ausbauen. Wo steht Ihre Firma? Prüfen Sie Ihre digitale Reife.

In der Wirtschaft gibt es Anführer und Mitläufer. Die Digitale Transformation ist nur begrenzt übertragbar. Einige Industrien werden mit ihrer Transformation andere überholen. Man muss nur die Riesen der Pharmaindustrie mit den High-Tech Firmen aus Silicon Valley vergleichen und sieht sehr schnell die Unterschiede. Auf der einen Seite stehen die "digitalen Anfänger" und auf der anderen Seite die "digitalen Anführer".

Digitale Reife: Vier Kategorien

Bei Capgemini und MIT Sloan wird die digitale Reife in zwei Dimensionen unterteilt: Der digitalen Intensität selbst und die Intensität, in der die Transformation realisiert wird. Sie hängt vom Einsatz neuer Technologien und der strategischen Ausrichtung danach ab.

Unternehmen werden nach ihrer digitalen Reife in vier Kategorien eingeordnet:

  • Digitale Konservative: zögern sich umzustellen und lassen somit Chancen verstreichen

  • Digitale Anfänger: niedrige digitale Intensität, sowohl bei der Nutzung neuer Technologien, als auch beim Führungsstil

  • Digitale Fans: einige digitale Initiativen, aber keine Maximierung des Geschäftsnutzen

  • Digitale Experten: haben eine digitale Kultur und Investitionen geschaffen und profitieren dadurch von Wettbewerbsvorteilen. Die digitale Elite sozusagen.

Schaut man sich die Zahlen an, sieht man auf dem ersten Blick, dass die digitalen Experten die Profitabelsten sind. Kein Wunder, dass die digitalen Anfänger auf der anderen Seite die größten Verlierer in allen Kategorien, insbesondere Umsatzgenerierung, Profitabilität, Börsenbewertung sind.

Im Durchschnitt streichen digitale Experten 9 Prozent höhere Raten beim Umsatz ein, 26 Prozent bei der Profitabilität und 12 Prozent bei der Börsenbewertung. Digitale Beginner dagegen ereichen deutlich geringere Wachstumsraten: Dort lauten die Wachstumsraten für die drei Bereiche: 4 Prozent (Umsatzgenerierung), 24 Prozent (Profitabilität) und 7 Prozent( Börsenbewertung).

Eine andere Studie von McKinsey kam zu ähnlichen Ergebnissen.

Nach einem Vergleich der Intensität der digitalen Transformation über zehn Industrien hinweg, hat McKinsey herausgefunden, dass digitale Anführer eine Explosion ihrer Nettogewinne von 50 Prozent in den nächsten fünf Jahren erwarten können. Ein Teil dieses Erfolgs wird von einem 2.5fach größeren Wachstums digitaler Verkäufe kommen.

Einige Branchen automatisch Vorreiter

Einige Firmen gehören schon allein wegen ihrer Ausrichtung zu den Kandidaten einer digitalen Transformation. Es ist offensichtlich, dass Unternehmen, die virtuelle Produkte und Serviceleistungen verkaufen, wie beispielsweise die Telekomunikations-Branche, größere Möglichkeiten für eine digitale Transformation haben, als andere.

Trotzdem darf das nicht als Ausrede für alle anderen Industrien zählen. Nehmen wir zum Beispiel die Lebensmittel- und Bekleidungsläden von denen vorausgesagt wird, dass Verkäufe in den nächsten Jahren immer noch hauptsächlich vom klassischen Geschäft kommen werden - 1-Euro-Münze in den Einkaufswagen und los geht's!

Viele Kunden bevorzugen immer noch die klassische Weise und wollen Kleidung erst anprobieren, bevor sie sie kaufen. Shoppen gehen hat natürlich auch soziale Aspekte, was auch heute nicht durch einen Onlinekauf ersetzt werden kann.

Dennoch bietet jeder Bereich gewisse Möglichkeiten einer digitalen Transformation. Das Einkaufen im Lebensmittelladen könnte durch digitale Initiativen, wie einer mobilen Anwendung, vereinfacht und beschleunigt werden. Ganz zu schweigen von persönlichen Angeboten oder Aktionen.

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