Neuerungen für OWA

Wie Microsoft E-Mail besser machen will

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Auf seiner Exchange-Konferenz in Las Vegas hat Microsoft eine Reihe kommender Neuerungen für seine E-Mail-Lösung angekündigt.

Im diesbezüglichen Blogpost spricht der Senior Product Marketing Manager Steve Chew allerdings nur von Outlook Web Access (OWA) als Client, der davon profitieren soll; Outlook wird mit keiner Silbe erwähnt. Ob hier bereits heimlich, still und leise das Ende für den Desktop-Client eingeläutet wird, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nur mutmaßen - Microsoft hatte aber speziell auf der Sharepoint-Konferenz früher in diesem Jahr bereits relativ deutlich angesagt, dass es die Weiterentwicklung seiner Produkte für seine Kunden eher für die Cloud-basierten Varianten vorantreiben kann und wird.

Eine irrtümlich als "Clutter" markierte E-Mail lässt sich flugs in die Inbox zurückverweisen...
Eine irrtümlich als "Clutter" markierte E-Mail lässt sich flugs in die Inbox zurückverweisen...
Foto: Microsoft

Mit einem neuen Filter namens "Clutter" (zu Deutsch etwa "Stördaten") will Microsoft E-Mail-Nutzern dabei helfen, ihren Posteigang künftig besser zu bewältigen. "Clutter" soll personalisiert und abhängig von den Nutzungsgewohnheiten unwichtige Nachrichten erkennen und ausblenden, so dass in der Inbox nur noch wirklich relevante Mail angezeigt werden. Die "Clutter"-Nachrichten landen dabei nicht wie beispielsweise Junk in einem eigenen Ordner, sondern lassen sich vom unteren Rand der Inbox-Liste aus einblenden. Fälschlich als unbedeutend einsortierte Nachrichten lassen sich dann zurück in die Inbox verweisen (die "Clutter"-Algorithmen lernen aus solchen False Positives) und der Rest in einem Rutsch löschen. Die endgültige Umsetzung könne aber sehr wohl noch anders aussehen als der bisherige Entwicklungsstand, schreibt Chef weiter.

Den Umgang mit Dateianhängen in OWA will Microsoft durch eine enge Verzahnung mit dem Cloud-Speicherplatz Onedrive for Business vereinfachen. Lokale Dateien lassen sich zum Beispiel automatisch zu Onedrive hochladen, statt eines Attachments enthält die E-Mail dann nur einen Link, bei dem Empfänger und Cc:-Mitgelistete automatisch Lese- und Schreibrechte erhalten (Nur-Lesen kann der Absender auf Wunsch aber natürlich ebenfalls einstellen.

Die native OWA-App kommt auch für Android - für iOS gibt es sie schon seit vergangenem Jahr.
Die native OWA-App kommt auch für Android - für iOS gibt es sie schon seit vergangenem Jahr.
Foto: Microsoft

Microsoft will außerdem auch für Android eine native App für Outlook Web Access herausbringen. Für iOS gibt es eine solche bereits seit dem vergangenen Jahr. Den "umfassendsten Support für die neuesten Exchange-Features" verspricht Produkt-Marketier Chew zwar für die Outlook-App in Windows Phone; diese ist allerdings bislang nicht als separater Download im Windows Phone Store zu haben und wird nur im Rahmen kompletter Betriebssystem-Updates aktualisiert.