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Wie Microsoft die Kunden zu Office XP zwingt

14.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gartner verweist im Zusammenhang mit den von Microsoft Ende vergangener Woche vorgestellten neuen Lizenzmodellen (Computerwoche online berichtete) auf einen besonders interessanten Punkt: Anwender, die das neue, vereinheitlichte Update-Programm "Software Assurance" nutzen wollen, müssen zum Einstieg die jeweils aktuelle Version eines Softwarepakets nutzen. Für die populäre Bürosuite "Office" ist dies Release "XP", das nicht vor Ende Mai auf den Markt kommt.

Nur wer innerhalb einer Frist bis zum 1. Oktober die XP-Version einsetzt, kommt im Rahmen von Software Assurance in den Genuss kommender Updates. Wer das nicht tut, muss im Prinzip die Office-Lizenzen wie ein Neukunde zum vollen Preis erwerben. "Man wird zum Upgrade gezwungen, um in Software Assurance hineinzukommen", klagt Gartner-Analyst Alvin Park. "Man kann natürlich auch abwarten und die Lizenzen später zum vollem Preis kaufen."

Software Assurance füllt damit die Kassen des Redmonder Konzerns zum richtigen Zeitpunkt. Guernsey Research, das neue Marktforschungsinstitut des früheren Gartner-Auguren Chris LeTocq hat hochgerechnet, dass US-Unternehmen für Software Assurance 1,7 Milliarden Dollar zusätzlich ausgeben werden. Weltweit werde das neuen Programm im ersten Jahr satte 3,6 Milliarden Dollar extra - oder rund 15 Prozent der gesamten Microsoft-Einnahmen - einbringen. "Eine derartige Preiserhöhung habe ich von Microsoft noch niemals zuvor gesehen", so LeTocq.