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Wie künftig mobil bezahlt wird

Thomas Cloer
Thomas Cloer ist verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
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In mehreren Sessions widmete sich die Digital- und Innovationskonferenz DLD in München der Zukunft des mobilen Bezahlens.

PayPal-Chef David Marcus will mobilen Nutzern das Leben einfacher machen - mit der App der Ebay-Bezahltochter soll man künftig zum Beispiel in einem Restaurant einen Tisch reservieren, bestellen und auch bezahlen können, und das ganz ohne lästige Telefonate und lange Wartezeiten. Eine andere Lösung als Abwarten für das derzeitige Henne-Ei-Problem bei "mobilen Brieftaschen" und Akzeptanz derselben am Point of Sales hatte Marcus allerdings auch nicht parat.

Telefónica Deutschland bietet ab Mitte Februar Lösungen für die direkte Überweisung von Smartphone zu Smartphone und eine digitale Geldbörse an. Beide Produkte zeigt das Unternehmen bei DLD im Rahmen eines Showcases. "Brieftasche und Bargeld kennen Kinder bald nur noch aus den Geschichtsbüchern", glaubt René Schuster, Deutschlandchef von Telefónica.

Am Stand von Telefónica O2 wurde das mpass-Verfahren demonstriert.
Am Stand von Telefónica O2 wurde das mpass-Verfahren demonstriert.
Foto: Thomas Cloer

Für die Überweisung von Telefon zu Telefon setzt Telefónica auf die Funktion "Geld senden" des mpass-Konsortiums. Kunden müssen sich dazu zuvor im Geschäft für die Nutzung von mpass anmelden (was eine Verifizierung via Postident nach sich zieht) und die mpass-App auf ihrem iPhone oder Android-Smartphone installiert haben. Für die "Person-to-person"-Transaktionen muss vorher Guthaben aufgeladen werden, zunächst ist der Service bei 2500 Euro jährlich gedeckelt.

NFC-Smartphone vorausgesetzt

Für die "o2 Wallet", die POS-seitig "PayPass" voraussetzt, braucht der Kunde ein NFC-fähiges Smartphone sowie eine entsprechende NFC-fähige SIM-Karte, auf der alle zahlungs- und sicherheitsrelevante Daten abgelegt werden. Zum Schutz vor Missbrauch ist die Eingabe einer PIN erforderlich. Die Bankdaten der Kunden werden zudem durch den Einsatz eines "Trusted Service Managers" besonders geschützt. Sie verbleiben ausschließlich beim Kreditinstitut und sind für Telefónica nicht einsehbar. Telefónica beginnt im Februar mit einem "Friendly User Test" für virtuelle Brieftasche. Im Laufe des Jahres will der Netzbetreiber die Wallet um zusätzliche Anwendungen und Funktionen wie weitere Bezahlkarten, Gutscheine und Treueprogramme erweitern.

Markus Braun vom Backend-Dienstleister Wirecard hofft, dass (in gesättigten Märkten) die digitale Brieftasche verstärkt die Basis für Value-Added-Services wie Couponing bilden wird und die Nutzer dadurch zu stärkerer Nutzung mobiler Bezahlplattformen verlockt werden.

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