Web

Plönzke Culture Club

Wie Klaus C. Plönzke ehemalige Mitarbeiter mobilisiert

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Wer einmal beim EDV Studio Ploenzke, der Ploenzke AG oder CSC Ploenzke gearbeitet hat, gehört dazu - zum Zirkel der Ploenzkianer, den Unternehmensgründer Klaus C. Plönzke derzeit wieder zusammenbringt.

CW: Im Internet gibt es den Plönzke Culture Club. Was hat es damit auf sich?

PLÖNZKE: Dieses Netzwerk haben wir gegründet, um ehemaligen Mitarbeitern eine Kommunikationsplattform zu geben. Sie sollen sich dort treffen, austauschen und gegenseitig helfen. Meine Vision ist, dass sich alle Mitarbeiter, die je im EDV Studio Ploenzke, in der Ploenzke AG oder bei CSC Ploenzke gearbeitet haben, mit ihrer privaten E-Mail und Adresse sowie ihrer jetzigen Geschäftsadresse beim Ploenzke Culture Club eintragen.

CW: Gibt es einen konkreten Anlass für diese Initiative?

Will alte Erinnerungen mit Exkollegen auffrischen: Klaus. C. Plönzke
Will alte Erinnerungen mit Exkollegen auffrischen: Klaus. C. Plönzke
Foto: xyz xyz

PLÖNZKE: Es ist jetzt ziemlich genau 40 Jahre her, seitdem ich mich selbständig gemacht habe - damals mit dem EDV-Studio Ploenzke. Das möchte ich feiern - mit diesem Netzwerk und einer großen Wiedersehensfeier im Wiesbadener Kurhaus am 16. Oktober 2009. Nicht ich selbst, sondern die ehemaligen Mitarbeiter werden im Mittelpunkt dieser Feier stehen. Viele dieser Leute verbinden herrliche Erinnerungen mit Ploenzke.
Sie sollen wissen, wo ihre alten Kollegen abgeblieben sind und ihre Beziehungen wieder aufleben lassen. Das ist wie ein Klassentreffen. Die Verbindungen sind so stark, dass sie heute noch leben. Ich will dem Ganzen nur einen Rahmen geben.

CW: Es gibt doch schon auf Xing eine Gruppe ehemaliger Ploenzke-Mitarbeiter.

PLÖNZKE: Stimmt, die heißt "Old boys and girls", da treffen sich schon rund 1200 Leute. Aus meiner Sicht ist dieses Netzwerk aber nicht aktiv genug, da passiert zu wenig. Dadurch, dass wir uns jetzt und später hoffentlich immer wieder treffen, möchte ich das lebendiger gestalten. Durch Geschichten und Bilder können sich die Kollegen besser miteinander vernetzen.

CW: Spricht hier der sentimentale Gründer, oder können Sie wirklich mit Sicherheit sagen, dass all die Ex-Ploenzkianer immer noch eine enge Bindung an das Unternehmen haben?

PLÖNZKE: Natürlich spricht hier der Gründer, aber ich würde das nicht machen, wenn ich nicht ein eindeutiges Feedback hätte. Auch bei uns gab es natürlich Ärger und auch mal Kündigungen. Die Tendenz war aber immer positiv. Dadurch ist die Kultur so gewachsen.

Sie müssen wissen, dass ich bei all diesen Initiativen durchaus mitten im Berufsleben stehe. Die Plönzke Holding hat 15 Beteiligungen an Software- und Beratungshäusern mit insgesamt über 900 Beschäftigten, in vielen dieser Firmen bin ich im Aufsichtsrat. Ich habe immer noch oft Kontakt zu großen Kunden. Für Sentimentalitäten eines Gründers, der auf sein Lebenswerk zurückblickt, bleibt da nicht viel Zeit.

CW: Im Culture Club soll es auch um Geschichten und Anekdoten gehen. Haben Sie ein Beispiel für uns?

PLÖNZKE: Ich könnte pausenlos Geschichten erzählen. Ein Beispiel: Ich habe in unserer Anfangszeit ein Jahr gebraucht, um endlich bei einer Schweizer Bank ein Gespräch zu bekommen. Nach langem Hin und Her - eigentlich wollten die nur mit der IBM zusammenarbeiten - bekamen wir dann doch einen Auftrag, und schon bald hatten wir 30 Berater drin.

Bei der Bank ging es um ein Projekt, das auch das Ausdrucken von Kontoauszügen beinhaltete. Einer unserer Mitarbeiter gab dabei die Testdaten "Hugo haut's auf den Sack" ein. Wir dachten, die Programme sind ausgetestet, es ging in die Echtphase hinein. Und dann passierte das Unglück: Tausend Kunden bekamen plötzlich Kontoauszüge, auf denen stand: "Hugo haut‘s auf den Sack". Ich wurde sofort zur Geschäftsführung gerufen, wurde rundgemacht und musste am gleichen Tag diesen hochqualifizierten Mitarbeiter abziehen. Heute lachen wir darüber, in dem Moment war es äußerst peinlich. Der Culture Club ist auch dazu da, solche Erinnerungen aufzufrischen und gemeinsam zu lachen.