Wenn Family, Friends & Fools nicht reichen

Wie klappt die Finanzierung von Hightech-Startups?

02.09.2008 | von Carsten Rudolph
Mit Ausdauer und der richtigen Unterstützung lässt sich das nötige Kapital beschaffen - drei junge Firmen zeigen, wie es funktionieren kann.

Fast jedes junge Hightech-Unternehmen steht früher oder später vor der Herausforderung, die weitere Entwicklung finanzieren zu müssen. Aus den laufenden Einnahmen gelingt das diesen Firmen nur in den seltensten Fällen. Diese Erfahrungen macht auch Microsoft regelmäßig bei den im Rahmen der Gründerinitiative "unternimm was." geförderten Startups. Die Suche nach geeigneten Business Angels und Venture-Capital-Gebern erweist sich oft als schwierig.

Ein häufiger Grund sind fehlende Kontakte zu Kapitalgebern, die jedes Startup erst mühsam aufbauen muss. Aber auch die Entwicklung eines geeigneten Geschäftskonzepts, formuliert in einem Businessplan, bereitet oft Schwierigkeiten, und die Erwartungen von Investor und Startup gehen auseinander. Hier sind erfahrene Vermittler gefragt, die zwischen beiden Welten - der Technologie und den Kapitalgebern - Brücken bauen können. Ein intensives Eindenken in die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens ist dabei der Schlüssel zum Erfolg, denn meist sind es ganz individuelle Herausforderungen, die die Startups zu bewältigen haben.

Die im Rahmen von "unternimm was." geförderten Unternehmen Mediber, Syncing.net und Vioso sind drei Beispiele, die aufzeigen, dass die Finanzierung trotz aller Mühen mit Ausdauer und der richtigen Unterstützung gemeistert werden kann. Eines ist allen gemein: Einfach und schnell geht es nicht!

Mediber: Gründerzentrum als Überbrückungshilfe

Alexander Brandt ist einer der Gründer von Mediber.
Alexander Brandt ist einer der Gründer von Mediber.

Die Finanzierungslücke nach der Startphase kennt Mediber aus Berlin. Das junge Berliner Hightech-Unternehmen hat sich auf die Entwicklung innovativer Ansätze in der Krankenhausinformatik spezialisiert. Nach Ablauf einer einjährigen Förderung im Rahmen des Exist-Seed-Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI), die den Aufbau überhaupt erst ermöglichte, benötigten die Gründungsmitglieder viel Durchhaltevermögen. Ohne eine sich direkt anschließende Finanzierungsrunde waren sie gezwungen, das Unternehmen zunächst selbst zu finanzieren.

Diese kritische Phase konnten sie mit Hilfe des Gründerzentrums der Technischen Fachhochschule Berlin überbrücken. Hier erhielt das Team Unterstützung in Form eines Gründerstipendiums und weiterer Leistungen. Ein Jahr später erfolgte dann endlich der Durchbruch bei der Finanzierung: Mit einem Investment durch den High-Tech-Gründerfonds (HTGF) konnte die Mediber GmbH gegründet und die Mitarbeiterzahl auf mittlerweile über zehn erhöht werden. Das Unternehmen hat inzwischen eigene Geschäftsräume bezogen, konnte erste Kunden gewinnen und treibt die Marktbearbeitung in Deutschland wie auch international voran.

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