Wie informieren Sie Ihre Kunden?

13.08.1976

Datenverarbeitung ist erst dann benutzerfreundlich, wenn der Benutzer

weiß, was ihm die jeweilige DV-Anlage an Möglichkeiten bietet. Für die Information der immer größer werdenden Zahl von RZ-Kunden - das können sowohl fremde Unternehmen sein als auch die Mitarbeiter aus den Fachabteilungen im eigenen Haus - müssen Methoden zur laufenden Unterrichtung entwickelt werden. -py

Dieter Walther, Vertriebsleiter der DATEL-Geschäftsstelle Rhein/Main, Darmstadt

Neben der aktiven Vertriebstätigkeit des Verkäuferteams ist ein permanent durchgeführtes "Direct-Marketing-Programm" wesentlicher Bestandteil der Informationsstruktur dieser Geschäftsstelle der DATEL GmbH.

Über das Dienstleistungsangebot der Geschäftsstelle integrierte EDV-Systeme als Branchenlösungen - wird in drei Stufen informiert:

1. Direct-Mail-Aktionen, die Kurzinformationen enthalten (Zielgruppe = Management)

2. DATEL-Informations-Seminare, in denen während eines Tages ein Gesamtüberblick über das DATEL-Leistungsangebot gegeben wird. Zu diesen Seminaren werden jeweils Unternehmen bestimmter Branchen per Computerbrief eingeladen. (Zielgruppe = Management)

3. Produkt-Seminare, in denen jeweils über ein Programm aus dem Gesamtsystem durch Vortrag und praktische Übungen Detail-Kenntnisse vermittelt werden. (Zielgruppe = Sachbearbeiter)

Das Konzept der gezielten Information durch Direktansprache eines potentiellen Interessentenkreises hat sich seit über einjähriger Praxis in der Geschäftsstelle Rhein/Main bewährt und wurde Anfang 1976 im wesentlichen auch von den anderen DATEL Geschäftsstellen übernommen.

Nach einer gewissen Skepsis bei Beginn der Aktion haben sich unsere Interessenten nun davon überzeugt, daß sie durch die Teilnahme an den Seminaren Informationen von besonderer Qualität vermittelt bekommen.

Dr. H.-G. Hegering Leiter Abt. Rechensysteme, Leibnitz-Rechenzentrum, München

Die satzungsgemäßen Benutzer des Leibnitz-Rechenzentrums (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sind die Akademie, die beiden Münchener Universitäten und die Fachhochschule. Da bei einem so breiten Benutzerkreis die gewünschten Auskünfte sehr verschiedener Natur sein können, sind auch - je nach Problem - verschiedene Informationsmöglichkeiten vorgesehen: Auskunfts- und Beratungsdienste, Rundschreiben, Führungen, Einführungskurse, Benutzerschriften, Kontakte und Diskussionen mit Benutzergruppen.

A: Auskunfts- und Beratungsdienste

1. über allgemeine Verfahrensweisen der Benutzerverwaltung

a) Anmelden von Projekten, Ausgabe Benutzerkennzeichen etc.: Benutzersekretariat

b) Betriebsmittelzuteilungen, Rechenerlaubnis: wiss. Mitarbeiter der Benutzer-Betreuung

2. betreffs Programmierung, Lösungsverfahren, Fehlermeldungen u. ä.

a) Programmierberatung: math.-techn. Assistenten

b) Lösungsverfahren, Programmkonzeption: wiss. Mitarbeiter der, Benutzerbetreuung

c) Spezialprobleme (z. B. spezielle Datenträger): spezielle Beratungsdienste

3. betreffs der aktuellen Betriebssituation

a) Anrufbeantworter

b) Fernsehmonitoranlage, die den Auftragsbearbeitungsstand wiedergibt

c) Anschlagtafeln und Rundschreiben

d) mittels spezieller Informier-Kommandos durch den Benutzer abrufbare Informationsdateien

B: Führungen durch das LRZ sowie Einführungskurse für Benutzer werden regelmäßig veranstaltet.

C: Das LRZ hat eine ganze Reihe von laufend aktualisierten Benutzerschriften erstellt, die zur Benutzung des Programmiersystems, der Programmbibliotheken und gewisser peripherer Geräte anleiten und häufig lästiges Suchen in vielen Hersteller-Manualen vermeiden helfen. Das "LRZ-Wörterbuch" dient als Nachschlagewerk, welches die üblichen Benutzerhandbücher ersetzt.

D: Diskussionsveranstaltungen mit Benutzern und Kontakt mit, Benutzergruppen zur Bedarfserhebung und -analyse runden die Informationsmöglichkeiten für den Benutzer ab.

Es wird überprüft, ob die bestehenden Informationsmöglichkeiten auch bei dem in Kürze neu zu installierendem Rechensystem noch optimal sind, welches durch einen dezentralisierten Zugriff auf die Rechenkapazität des LRZ über ein Datenfernverarbeitungsnetz charakterisiert ist.

H. Markowski Abteilungsleiter "Anwendungen" im Hochschulrechenzentrum der Technischen Hochschule Darmstadt

Die Leistungen des HRZ der TH Darmstadt werden nicht nur von etwa 1000 Wissenschaftlern und Studenten der THD selbst genutzt, sondern stehen ebenso den Verwaltungsorganen der THD und über RJE allen Universitäten und Fachhochschulen des Landes Hessen und damit etwa 65 000 potentiellen Benutzern zur Verfügung. Für die Kommunikation mit den Benutzern ist die Abteilung "Anwendung" zuständig. Unser Benutzerinformationssystem ist noch im Aufbau und hat kein von formalisiertes System zum Ziel, da zukünftige Bedürfnisse nur unvollkommen prognostiziert werden können. Gegenwärtig stehen folgende Komponenten bereit. Early Warning: Störungen oder Änderungen von erheblicher Bedeutung werden mit den Jobinformationen laufend mitgeteilt. Produktbeschreibungen: Das HRZ stellt jedem Benutzer seine Programmer's Guides zur Verfügung; Funktionsbeschreibungen werden von Benutzern bereitgestellt, soweit es sich nicht um Standard-Software handelt. Benutzerorganisationen: Benutzer organisieren sich in Interessenkreisen (APL, CSMP, Finite Elemente, Graphik, etc.), in die das HRZ einen Vertreter delegiert. Ein Benutzerbeirat vertritt die Gesamtheit der Benutzer gegenüber dem HRZ, er setzt sich aus Delegierten der Fachbereiche der THD und der hessischen Hochschulregionen (Frankfurt, Gießen, Marburg, Kassel) zusammen. Für die Zukunft ist daran gedacht, eine Programmbörse und eine Benutzerreferenz (wer arbeitet womit?) einzurichten und als Fernziel eine Datenbank aufzubauen, die eine Produktauswahl im Dialog ermöglichen soll.

Dipl.-Physiker Rudolf Müller Vertriebsleiter des Datenzentrums Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH Ottobrunn

Die verschiedenen Datenverarbeitungsanlagen der IABG werden von etwa 600 Mitarbeitern des eigenen Hauses sowie von externen Kunden benutzt.

Das Datenzentrum benötigt eine dauernde Rückkopplung, um stets die richtigen Hardwareerweiterungen und Softwarebeschaffungen vornehmen zu können. Bislang konnten durch laufende Verbesserungen des Service sowie durch mehrmalige Preisreduzierungen (!) jährliche Steigerungsraten von gut 15 Prozent erreicht werden; und das bei etwa gleichbleibenden Kosten!

Wegen der Unabhängigkeit der Benutzer durch ihre Zugehörigkeit zu anderen Abteilungen oder Unternehmen können sie nicht zusammen gerufen werden zur Kontaktpflege.

Deshalb erfolgt die Kontaktpflege auf zweierlei Weise: Eine von 7.15 bis 22 Uhr mit zwei Mitarbeitern besetzte Beratung steht jedem Benutzer kostenlos zur Verfügung. Außerdem erstellen wir eine Informationsschrift mit dem Titel "DATEN". Diese erscheint in zwangloser Folge, je nach Bedarf. Sie enthält aktuelle Nachrichten, wie die Installation neuer Geräte, die Neueinrichtung von zusätzlichen Wählanschlüssen, die Verfügbarkeit weiterer Softwarepakete, die Erfahrungsdarstellung auf Spezialgebieten.

Wegen des begrenzten Umfanges, wird jedem Artikel eine INFO-NR. angehängt und jedem Exemplar eine vorgedruckte Karte zum Ankreuzen der Nummern beigefügt. Damit kann der interessierte Benutzer detailliertere Informationen, zum Beispiel Beschreibungen von Softwarepaketen, anfordern. Diese Anforderungen werden zum Erkennen von Interessensschwerpunkten für die langfristige Planung ausgewertet.