IBM MobileFirst for iOS

Wie IBM und Apple mit B-to-E-Apps Mehrwert schaffen wollen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Mit den aus der Partnerschaft der beiden IT-Schwergewichte entstandenen (und geplanten) iOS-Apps wollen Apple und IBM neuen Schwung in den Bereich Enterprise Mobility bringen. Wir hatten die Möglichkeit, zwei dieser MobileFirst Apps näher anzusehen.
Die iPad-App Passenger+ soll dem Bordpersonal zu besserem Kundenservice verhelfen.
Die iPad-App Passenger+ soll dem Bordpersonal zu besserem Kundenservice verhelfen.
Foto: IBM/Apple

Das Szenario dürfte vielen bekannt sein: Nach langem Warten hebt das Flugzeug endlich ab, dennoch kommt während des Flugs keine rechte Entspannung auf. Falls der Anschlussflug nicht mehr erreicht wird, steht nach der Landung nämlich jede Menge Stress und Ärger an. Hinzu kommt die Ungewissheit, ob nach der Landung überhaupt noch einen Ersatzflug verfügbar ist, das Worst Case Szenario gewissermaßen.

Bislang konnte das Bordpersonal in solch einem Fall keine wirkliche Unterstützung bieten, sondern bestenfalls Trost und einen Extra-Drink spenden. Mit der neuen iPad-App Passenger+, so IBM, könnte sich das Blatt wandeln. Die Anwendung ist über IBMs MobileFirst-Plattform mit den Backend-Systemen der Fluggesellschaft verbunden und stellt den Flugbegleitern so eine ganze Reihe wichtiger Informationen zur Verfügung. Anhand der Buchungsdaten sehen sie so etwa auf einen Blick auf dem Tablet, welche Sonderwünsche bestimmte Passagiere angemeldet haben, wo die VIP-Gäste sitzen, ob alle Gepäckstücke an Bord sind - oder welche Passagiere ihren Anschlussflug verpassen werden.

Mit diesem Wissen sind sie in der Lage, proaktiv auf die Fluggäste zuzugehen und ihnen spezielle Angebote, Gepäckinformationen und Umbuchungen anzubieten. Im beschriebenen Fall kann das Bordpersonal also über die App für den verspäteten Passagier bereits in der Luft alternative Flugverbindungen heraussuchen, den gewünschten Flug direkt buchen und das E-Ticket via Bluetooth auf sein mobiles Endgerät übertragen. Optional ist es auch möglich, das Ticket an Bord via Apple Airprint auszudrucken.

Wie Urs Schollenberger, Business Leader Mobile Enterprise DACH bei IBM, im CW-Gespräch erklärt, sei die Airline dadurch mit relativ wenig Aufwand in der Lage, einen besseren Kundenservice zu bieten und erhalte einen möglichen Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig werde durch die bessere Auslastung der Flugbegleiter auch das Bodenpersonal am Ankunftsort unterstützt.

Fieldservice-App für TK-Anbieter

Expert Tech liefert dem Servicetechniker wichtige Echtzeitinformationen - etwa über die Fahrtzeit bis zum nächsten Kunden.
Expert Tech liefert dem Servicetechniker wichtige Echtzeitinformationen - etwa über die Fahrtzeit bis zum nächsten Kunden.
Foto: IBM/Apple

Etwas schwieriger ist es, die Alleinstellungsmerkmale von Expert Tech, einer App für Servicetechniker von TK-Unternehmen, herauszufinden. Anders als bei Passenger+ gibt es im Bereich Fieldservice bereits etliche mobile Lösungen - von kleineren Anbietern, aber auch von Schwergewichten wie Oracle oder SAP. Dennoch versucht auch diese MobileFirst-App Akzente zu setzen, etwa durch das schicke User Interface, die Einbindung von nativen iOS-Features wie Facetime und GPS, IBMs Analysefunktionen sowie einen Hauch von Gamification.

So bekommt der Techniker vor Beginn seiner Tour die Route sowie die Historie zu den anstehenden Reparaturaufträgen einsehen und bekommt wie in einem Computerspiel die zu seiner Auftragsliste passenden Fahrzeuge, Werkzeuge und Ersatzteile angezeigt. Durch virtuellen Tastendruck kann er dann sein Wunschequipment zusammenstellen. Beim Kunden angekommen, hat der Servicetechniker direkt im Auftrag Zugriff auf die passende Reparaturanleitung, kann ein dazugehöriges Kurzvideo ansehen oder per Facetime, SMS oder Mail einen Experten auf dem Gebiet zu Rate ziehen. Ist das Problem gelöst, kann der Kunde die Reparaturbestätigung direkt auf dem iPad unterschreiben und Feedback zum Service geben.