Intensive Feedback-Kultur

Wie ein kleines Softwarehaus Mitarbeiter bindet

Johannes Königes ist freier Autor in München.
Mit einer durchschnittlichen Note von 4,4 von möglichen fünf Punkten liegt das Münchner Softwarehaus mobileX gut über dem Durchschnitt aller bewerteten IT-Unternehmen mit 3,46 auf der Bewertungsplattform kununu. Was macht nun das Unternehmen anders als andere IT-Firmen?

Der lange Anfahrtsweg in die Firma war für einen Softwareentwickler der einzige Grund gewesen zu wechseln. Nach ein paar Monaten kehrte er dann zur mobileX AG zurück. Nun fährt er wieder jeden Tag vom Chiemsee nach München und zurück - bis auf die Tage, an denen er von zuhause aus arbeitet. In der neuen Firma fand er nicht das, was er bei seinem Ex- und jetzt wieder aktuellen Arbeitgeber schätzte: "Mir fehlten die technischen Herausforderungen und die Komplexität der Aufgaben."

Anspruchsvolle Aufgaben, selbstbestimmtes Arbeiten und eine positive Arbeitsatmosphäre in einem guten Team zählen für viele Entwickler zu den entscheidenden Faktoren für ihren Wohlfühljob. Damit sind für sie die wesentlichen Gegebenheiten geschaffen, um gut zu programmieren. Der wertschätzende und vertrauensvolle Umgang unter den Kollegen und die positive Arbeitsatmosphäre in dem mittlerweile über 60-köpfigen Team gehören zu den am häufigsten genannten Kriterien in der kununu-Bewertung der mobileX AG. Die offene Kultur erleichtert Neueinsteigern die Integration ins Team - sei es in der täglichen Zusammenarbeit oder bei den gemeinsamen Events wie Grillabenden, Sommerfesten oder von Kollegen organisierten Filmabenden.

Die positive Arbeitsatmosphäre in einem guten Team ist nur einer der Gründe, warum die mobileX AG auf der Bewertungsplattform kununu im Durchschnitt besser abschneidet als andere IT-Firmen.
Die positive Arbeitsatmosphäre in einem guten Team ist nur einer der Gründe, warum die mobileX AG auf der Bewertungsplattform kununu im Durchschnitt besser abschneidet als andere IT-Firmen.
Foto: g-stockstudio - shutterstock.com

Die Fehler- und Feedback-Kultur ist ein elementarer Bestandteil der Unternehmensphilosophie: "Ein Fehler ist auch immer eine Chance zu lernen und besser zu werden. Nachhaltige Säulen wie regelmäßige Feedbackgespräche aber auch spontane Rückmeldungen, professioneller Umgang mit Fehlern, die gemeinsame Erarbeitung von Lösungen im Team führen langfristig zu einer gelebten Kultur", erläutert Matthias Stöcklein, COO und Leiter Professional Services der mobileX AG.

Matthias Stöcklein, mobileX AG: "Ein Fehler ist auch immer eine Chance zu lernen und besser zu werden. Nachhaltige Säulen wie regelmäßige Feedbackgespräche aber auch spontane Rückmeldungen, professioneller Umgang mit Fehlern, die gemeinsame Erarbeitung von Lösungen im Team führen langfristig zu einer gelebten Kultur."
Matthias Stöcklein, mobileX AG: "Ein Fehler ist auch immer eine Chance zu lernen und besser zu werden. Nachhaltige Säulen wie regelmäßige Feedbackgespräche aber auch spontane Rückmeldungen, professioneller Umgang mit Fehlern, die gemeinsame Erarbeitung von Lösungen im Team führen langfristig zu einer gelebten Kultur."
Foto: mobileX AG

Flexible Strukturen und ein heterogenes Team sorgen für geringe Fluktuation

Das Unternehmen, das dieses Jahr sein 15-jähriges Bestehen feiert, hat gelernt, seine Firmenstruktur an das konstante Wachstum anzupassen. "Während wir früher eine rigide Struktur mit festen Projektteams hatten, arbeiten wir jetzt mit flexiblen Strukturen. Je nach Projekt setzen sich die Teams aus Experten für bestimmte Branchen und Technologien zusammen", so Stöcklein.

82,2 Prozent der Mitarbeiter arbeiten in Entwicklung, Support und Projektmanagement. "Den oder die Richtige(n) zu finden, ist nicht immer einfach. Doch bei unseren Einstellungsgesprächen merken wir schnell, ob ein Bewerber zu uns passt", meint der Münchner Manager. Dabei sei die Chemie ebenso wichtig wie die fachliche Qualifikation oder Erfahrung. Das Team bestehe aus heterogenen Charakteren, die ein gemeinsames Wertesystem verbindet. Das Konzept scheint aufzugehen. Die Fluktuation liegt deutlich unter dem branchenüblichen Niveau. So sind in den letzten drei Jahren nur sechs Mitarbeiter gegangen.