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Wie die Zahl der Open-Source-Lizenzen reduzieren?

03.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In der Diskussion um Maßnahmen zur Reduktion der Open-Source-Lizenzformen gibt es einen neuen Vorschlag. Russ Nelson, der neue Präsident der Open Source Initiative (OSI), die für die Zulassung von solchen Lizenzen zuständig ist, möchte eine Erweiterung der Open-Source-Definition. Die besteht derzeit aus zehn Punkten.

Nelson möchte drei Punkte hinzufügen: Erstens dürfe eine neue Lizenz eine bestehende nicht duplizieren. Zweitens müsse sie einfach und verständlich formuliert sein. Drittens müsse sie wiederverwendbar sein, indem sie nicht mehr Namen, Projekte und Organisationen enthält, sondern diese in einem Anhang aufführt.

Der Vorschlag von Nelson könnte spontan Zustimmung finden. Inzwischen gibt es 56 von der OSI abgesegnete Open-Source-Lizenzen. Bevor ein Entwickler mit der Arbeit beginnen kann, muss er sich erst einmal mit der Lizenzlektüre befassen. Und das wird hart: Beispielsweise dürfte kein juristischer Laie die Common Development and Distribution License (CDDL) von Sun verstehen. Der auf Urheberrecht spezialisierte Anwalt Larry Rosen, HPs oberster Linux-Manager Martin Fink und sein Gegenpart bei CA, Sam Greenblatt, haben vehement eine Reduktion der Lizenzformen gefordert (Computerwoche.de berichtete).

Allerdings scheint Nelson mit seinen Ideen nicht gut anzukommen. Mehrere Persönlichkeiten der Community, darunter auch der OSI-Mitbegründer Bruce Perens, meinen, die vorgeschlagenen Einschränkungen gehörten nicht in die Open-Source-Definition, sondern in die Zertifizierungsregeln der OSI. (ls)