HP Converged Cloud

Cloud Finanz-Management

Wie die Cloud Finanzprozesse ändert

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Mit dem Aufbau von Private-Cloud-Modellen in Enterprise ITs verlagern sich die finanziellen Risiken von den Geschäftsabteilungen auf die IT-Organisation. Diese muss nicht nur Fehlinvestitionen vermeiden, sie sollte auch Services zu marktkonformen Preisen anbieten. Dazu müssen die Finanzprozesse anders gestaltet werden als in der traditionellen IT.
"Um in Private-Cloud-Modellen klare Servicepreise formulieren zu können, müssen Sie alle Kosten in direkte Kosten umwandeln. Und da straucheln IT-Organisationen heute, weil sie die entsprechenden Kostenrechnungsmodelle dazu nicht einsetzen", sagt Christian Reichenbach, Pursuit Solution Architect bei HP.
"Um in Private-Cloud-Modellen klare Servicepreise formulieren zu können, müssen Sie alle Kosten in direkte Kosten umwandeln. Und da straucheln IT-Organisationen heute, weil sie die entsprechenden Kostenrechnungsmodelle dazu nicht einsetzen", sagt Christian Reichenbach, Pursuit Solution Architect bei HP.
Foto: HP

Beim Thema Cloud denkt jeder an Kosten. Tatsächlich sind Kosteneinsparungen einer der wesentlichen Gründe für den Umstieg auf Public-Cloud-Infrastrukturen. "Einen Infrastrukturwechsel werden Unternehmen nur wagen, wenn sie dadurch nachweisbar Geld sparen", sagt Steve Janata, Senior Advisor und Cloud-Computing-Spezialist bei der Experton Group.

Bei der Kostendiskussion wird jedoch sträflich vernachlässigt, dass bereits mit Einführung einer Private Cloud sowohl die Methodik als auch die Prozesse der Investitionsplanung, Budgetierung und Abrechnung in der IT umfangreich modifiziert werden müssen. Schließlich ändert sich bei der Umstellung auf Cloud-Strukturen auch die Art der IT-Bereitstellung und damit der Investitionsprozess sowie damit einhergehend das finanzielle Risiko einer Fehlinvestition.

Das wird deutlich, wenn man die herkömmliche IT mit dem Cloud-Delivery-Modell vergleicht: In der klassischen IT gilt das Prinzip der Auftragsfertigung (Make-to-Order - MTO). Die Business Unit beauftragt die IT, diese liefert gemäß der Order die bestellten IT-Ressourcen - Hardware, Software, Lizenzen.

Das finanzielle Risiko liegt damit bei der Business Unit. Schließlich werden die IT-Ressourcen im Rahmen eines Projektbudgets beantragt, wenn nicht sogar direkt extern gekauft. Tragen diese Ressourcen nicht wie geplant zum Geschäftserfolg der Unit bei oder sind diese zu wenig ausgelastet, liegt das Risiko hierfür allein im Verantwortungsbereich des Auftraggebers, der Geschäftseinheit, während das langfristige Budgetrisiko in der Regel in der IT liegt.

Das ändert sich beim Übergang zu einem Cloud-Delivery-Modell. Nun trägt die IT-Organisation das finanzielle Investitionsrisiko. Statt des Prinzips der Auftragsfertigung gilt nun nämlich das Prinzip der Vorleistung (Make-to-Stock - MTS). Einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren des Cloud-Computing-Ansatzes basiert darauf, dass geteilte Ressourcen schnell bereit stehen.

Aus diesem Grund muss die IT für die Private Cloud in Vorleistung treten und im Vorfeld in die IT-Ressourcen investieren. Die Kosten dafür werden über die verbrauchsbasierte Abrechnung im Unternehmen verrechnet. Sie muss also Geld in die Hand nehmen, um Hardware, Software und den IT-Betrieb aufzubauen - und das bevor eine konkrete Anforderung besteht - mit der Hoffnung auf entsprechende Abnehmer.