Bahn will Innovationskultur fördern

Wie DB Systel Intrapreneure entwickelt

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Skydesk nennt die DB-Tochter DB Systel einen physischen wie virtuellen Raum, in dem jeder Mitarbeiter innovative Ideen ausprobieren kann. Dahinter steckt ein Team aus Entwicklern, Fachberatern, Coaches und weiteren Kollegen.
Darren Cooper vom Skydeck Frankfurt sowie Holger Dobek und Peggy Karstedt, beide vom Skydeck Berlin und Michael Synold vom Skydeck Erfurt sowie Tobias Dietz vom Skydeck Frankfurt freuen sich über die Auszeichnung beim DLA (v.l.n.r.)
Darren Cooper vom Skydeck Frankfurt sowie Holger Dobek und Peggy Karstedt, beide vom Skydeck Berlin und Michael Synold vom Skydeck Erfurt sowie Tobias Dietz vom Skydeck Frankfurt freuen sich über die Auszeichnung beim DLA (v.l.n.r.)
Foto: DB Systel GmbH

Innovationen bei der Bahn - wie kann das aussehen und kann man das anfassen? Salopp formuliert, ist das die Frage hinter dem Projekt "Etablierung Skydeck" von DB-Tochter DB Systel. Das Skydeck soll einen physischen und virtuellen Raum bieten, in dem Mitarbeiter neue Technologien erleben und jeder Kollege neue Ideen einbringen kann. Das Projekt, das aus einem übergeordneten Strategie-Programm namens "Code Zukunft" hervorgegangen ist, erhielt eine Auszeichnung beimDigital Leader Award (DLA).

Der Konzern hat sich das Ganze einiges kosten lassen. Laut Tobias Dietz, Consultant/Mentor des Skydeck, beliefen sich die Umbaumaßnahmen für die Räume sowie die damit verbundenen Honorare und Dienstleistungen, Personal- und Beratungskosten auf eine hohe sechsstellige Summe. Ein "nicht unerheblicher Einmalbetrag" in den Aufbau einer Maßnahme, deren Erfolg unsicher war. Die DB Systel betritt Neuland, sagt Dietz.

Bürokratie und Hierarchie sollen Innovationen nicht blockieren

Das Skydeck soll Intrapreneure mit innovativen Ideen unter den Mitarbeitern finden. "Unser Ziel ist es, dass jeder der mehr als 300.000 Mitarbeiter im DB-Konzern durch das Skydeck eine Anlaufstelle fürDigitalisierung und neue Technologien findet, ohne sich über Prozesse, Bürokratie oder Hierarchien Gedanken zu machen", erklärt Dietz.

Das Projekt startete im April 2015 und soll bis Ende 2017 laufen. In Frankfurt am Main, Erfurt und Berlin gibt es Skydecks. Ihnen stehen speziell geschulte Mentoren zur Seite. Acht Kollegen besetzen die Skydeck-Crew, etwa 40 weitere wirken an der Gestaltung der Digitalisierungsplattform mit. Technische Architekten sind dabei, Entwickler und Fachberater, Innovationsmanager und agile Coaches. Die technologische Grundlage ist dieAmazon Cloud. "Amazon Web Services war als einziger Cloud-Provider mit Datenschutz-Konzernrichtlinien vereinbar", begründet Dietz diese Wahl.

Und wie sollen nun die innovativen Ideen in das Skydeck kommen? Die Crew nutzt Design Thinking, arbeitet in Spinner Workshops und nach Lego Serios Play. Das Team versteht sich als lernenden Organismus. Zunächst konzentrierte man sich auf sich selbst, um den Ideenprozeß auszuprobieren. Mittlerweile tauscht sich Skydeck innerhalb seines Netzwerkes aus. In diesem Netzwerk versammeln sich beispielsweise Externe wie der Management- und Technologieberater Bearing Point, die Ideenschmiede Think2innovate und der Marktforscher Forrester.

Dietz stellt fest: "Der durch 'Code Zukunft' angebotene kulturelle Wandel - jeder Mitarbeiter darf sich in den Initiativen, und somit auch im Skydeck, einbringen - wurdenur nach und nach von Führungskräften und Mitarbeitern angenommen." Der Mentor ist sicher: "Der Wandel hält weiter an!"

Einen Return on Investment (ROI) gibt es nicht

So etwas wie einenReturn on Investment (ROI)hat DB System für das Skydeck-Projekt nicht eingeplant. Das Projekt gilt als Investition in die Digitalisierungsfähigkeit des gesamten DB-Konzerns. Dietz sieht positive Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette beispielsweise im digitalen Mindset des Projekt-Teams. "Wir tragen dazu bei, dass Geschwindigkeit in der DB Systel aufgenommen wird und pragmatische Ansätze zur Lösung gefunden werden", sagt er. "Damit einhergehend ist die Beschleunigung der Time-to-Market zum Beispiel durch Cloud-Technologien, die im Skydeck vorangetrieben werden." Der Mentor sieht das Skydeck auch als möglichen Berater anderer Bahn-Gesellschaften. Die hohe Trend-, Technologie- und Methodenkompetenz qualifiziere es dafür.

Als ganz handfesten Vorteil nennt er, dass "Verschwendung in Form von Doppel- oder gar Mehrfacharbeit an den gleichen Innovationsthemen vermieden wird, weil durch den zentralen Anlaufpunkt im Skydeck sehr schnell sichtbar wird, wenn unterschiedliche Konzernteile an der gleichen oder ähnlichen Idee arbeiten. So werden Kapazitäten und Know-how gebündelt."

Letztlich sieht Dietz sein Projekt im ganz großen Zusammenhang: "Wenn wir genügend Ideen unterstützen, gelingt es uns vielleicht, das Image der Bahn aufzubrechen und sie als das moderne Unternehmen sichtbar zu machen, für das wir im Skydeck schon heute arbeiten!"

 

Ich

Ihr solltet den Artikel nochmal Korrekur lesen - es heißt Skydeck, nicht Skydesk.. und es mal so und mal so zu schreiben ist schon unprofessionell.

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