Outsourcing ist keine Endstation

Wie ausgelagerte Mitarbeiter im neuen Job ankommen

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Outsourcing ist für die betroffenen Mitarbeiter zunächst ein Schock. Wie sich damit umgehen lässt, zeigen vier Mitarbeiter, die in der Telekom-Welt gelandet sind.

Die meisten von Outsourcing und Akquisitionen betroffenen Mitarbeiter erleben diese Prozesse mit gemischten Gefühlen. "Zuerst ist es ein Schock, von einem anderen Unternehmen übernommen zu werden - schließlich ist es keine eigene Entscheidung für einen neuen Arbeitgeber. Am Anfang sind Gefühle wie Ärger und Ablehnung wahrscheinlich normal, bis man sich darauf eingestellt hat", sagt Jo Brobbel, Global Component Service Delivery Manager bei T-Systems, 46 Jahre alt. Der Niederländer hatte 21 Jahre lang für Shell gearbeitet, bevor der Mineralölkonzern 2008 seine IT mit 1000 Mitarbeitern an T-Systems outsourcte.

Jo Brobbel, T-Systems: Am Anfang sind Gefühle wie Ärger und Ablehnung normal.
Jo Brobbel, T-Systems: Am Anfang sind Gefühle wie Ärger und Ablehnung normal.

"Die erste Ankündigung hat gemischte Gefühle und offene Fragen gebracht. Da war Hoffnung, aber auch Angst", erinnert sich der 29-jährige Pascal Thuet. "Unklar ist ja zunächst, ob es einen Standortwechsel gibt, wie sich die Aufgaben verändern oder ob die Vertragskonditionen so weiterbestehen wie bisher", so der gebürtige Franzose. Zwei Übernahmen innerhalb eines halben Jahres hat Thuet, vormals IT-Engineer beim Automobilzulieferer Peguform hinter sich gebracht: zunächst das Outsourcing an Gedas, dann den Wechsel zu T-Systems.

Bei 40 Übernahmen dabei

"Change-Kurve" nach Kübler-Ross nennen Human Resources-Profis (HR) diese typische emotionale Welle. Die im Gefolge einer Übernahme entstehenden Gerüchte und damit verbundene Ängste lassen sich aufgrund der zeitlichen Abläufe vielleicht nie ganz vermeiden. "Wir versuchen, vom Tag der Ankündigung an aktiv zu sein und transparent zu kommunizieren. Am günstigsten ist es immer dann, wenn wir schnell gemeinsam mit dem bisherigen Unternehmen auf der Bühne stehen", sagt Susanne Dietrich, Senior Vice President HR bei T-Systems. Über 40 Übernahmen hat die Personalexpertin bereits begleitet. Bei manchen Deals ist ein tragfähiges Sozialkonzept sogar erfolgsentscheidend, wie jüngst für die Outsourcing-Vereinbarung für 37 Mitarbeiter der Linde AG.

"Wir haben eine standardisierte Vorgehensweise für Übernahmen, die wir immer weiter verfeinern. Dazu gehören unterschiedliche Events und Einzelgespräche, in denen die Vertragskonditionen besprochen werden. Dann folgen einführende Trainings, in denen vermittelt wird, wie Alltagsabläufe, zum Beispiel eine Reisebuchung oder Spesenabrechnung funktionieren", sagt Susanne Dietrich. Für die reibungslose Kommunikation sorgen rund 15 Projektleiter des Bereichs HR New Business and Transformation Management mit Teams in den unterschiedlichen Ländern.