Erfolgreich in der Krise

Wie aus Studenten Gründer werden

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Mit ihren Ideen gewannen sie studentische Wettbewerbe. Später gründeten sie damit ihr eigenes Unternehmen. Zwei Erfolgsgeschichten.

Studentische Wettbewerbe geben jungen Entwicklern, Forschern und Managern die Möglichkeit, zu zeigen, wie sie sich die Welt von morgen vorstellen und wie Technik dazu beiträgt, die großen sozialen sowie ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Mit einem reizvollen Nebeneffekt für die Teilnehmer: "Für uns ist das noch heute eine tolle Erfahrung", sagt Rolf Kluge, einer der Gründer der Smartrunner GmbH. "Die Teilnahme am Imagine-Cup-Finale in Yokohama 2005 ist immer noch eine schöne Geschichte, die wir erzählen können. Auch bei Verhandlungen mit Investoren war das ein guter Einstieg."

Smartrunner nannte sich die deutsche Studentengruppe, die in Yokohama zu den Preisträgern des Hightech-Wettbewerbs Imagine-Cup gehörte.
Smartrunner nannte sich die deutsche Studentengruppe, die in Yokohama zu den Preisträgern des Hightech-Wettbewerbs Imagine-Cup gehörte.

Er hatte mit seinem Studienkollegen Roman Belter am wohl größten Technologiewettbewerb für Schüler und Studenten der Welt (www.imaginecup.de) teilgenommen, bei dem Microsoft jedes Jahr herausragende studentische Ideen auszeichnet. Als deutsche Landessieger wurden Kluge und Belter im internationalen Finale in Yokohama Vierte.

Die Idee in ein Geschäftsmodell verwandelt

Im September 2009 haben die beiden dann ihre Idee in ein Geschäftsmodell verwandelt und ein Unternehmen gegründet. Der Grundgedanke hat sich seit dem Wettbewerb nicht verändert: Man kombiniere GPS, Smartphones und den Ehrgeiz von Hobbyläufern in einer Software. Smartrunner zeichnet Trainingsstrecken auf, hält die benötigte Zeit, Geschwindigkeit und Kalorienverbrauch fest. Zu Hause kann man diese Daten in Ruhe am Computer auswerten und über www.smartrunner.com mit anderen Sportlern teilen.

2005 waren Belter und Kluge Pioniere im Bereich der Location-based Services und ihrer Zeit voraus. Smartphones waren noch nicht weit genug verbreitet, internes GPS oder externe GPS-Mäuse gehörten eher in den Bereich teuren, exotischen Zubehörs. Während die technische Entwicklung langsam zu ihrer Idee aufschloss, vollendeten die späteren Gründer ihr Studium und profitierten weiter von der Förderung durch Microsoft.

Smartrunner hat von der Teilnahme am Studentenwettbewerb profitiert. "Wir hätten unsere Idee sicher auch ohne den Erfolg beim Imagine-Cup weiterverfolgt", so Kluge. "Aber natürlich hat uns Yokohama einen unglaublichen Schub gegeben. Plötzlich hatten wir Radiointerviews, öffentliches Interesse und die Unterstützung des größten Softwareherstellers der Welt. Das hat uns angetrieben." Heute ist www.smartrunner.com die führende GPS-Streckenplattform in Deutschland. Das ZDF hat über sie berichtet.