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Wichtige UN-Entscheidung zu Brennstoffzellen

29.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ab heute tagt bis zum 7. Dezember in Genf der für den Transport gefährlicher Güter zuständige Unterausschuss der International Air Transport Association (IATA). Dieser wird sich unter anderem der Frage widmen, ob Fluggäste künftig Wasser-Methanol-Kartuschen mitführen dürfen. Diese dienen als Ladung für die Brennstoffzellen (Direct Methanol Fuel Cells, kurz DMCF), die verschiedene - vor allem japanische - Hersteller gegenwärtig als Alternative zu den Lithium-Ionen-Akkus in Notebooks und anderen portablen Geräten entwickeln.

Solche Brennstoffzellen sollen Laufzeiten zwischen fünf und 20 Stunden ermöglichen, was sie unter anderem auch für Langstreckenflieger besonders attraktiv macht. Vorausgesetzt natürlich, man darf die nötigen Kartuschen überhaupt mit an Bord nehmen. Wenn das IATA-Komitee dies befürwortet, folgt ein längerer Änderungs- und Abstimmungprozess bei der ICAO (International Civil Aviation Organization) und ihren Mitgliedsländern, nach dem die Mitnahme von Methanol-Patronen ab 1. Januar 2007 erlaubt sein müsste. Andernfalls könnte sich die Genehmigung um zwei weitere Jahre verzögern.

"Wir glauben nicht, dass die IATA gegen Methanol ist", kommentierte Toshiba-Sprecherin Midori Suzuki. "Es wird nur einige Zeit dauern, bis der bürokratische Prozess durchlaufen ist." Sowohl Toshiba als auch Hitachi hatten zuvor in Interviews erklärt, sie erwarteten einen Massenmarkt für DMCFs, sobald Methanol-Kartuschen an Bord von Flugzeugen erlaubt seien. Fujitsu und Samsung gehören ebenfalls zu den Anbietern, die intensiv an der Entwicklung von Brennstoffzellen als Akku-Alternative forschen. (tc)