Google Wallet, PayPal & Co.

Who is Who bei mobilen Bezahlsystemen

Yvonne Göpfert ist als freie Journalistin in München tätig.
Mobile Payment soll den Geldbeutel überflüssig machen. Man bezahlt am PoS oder im mobilen Webshop einfach mit dem Handy. Wir zeigen, auf welche neuen Verkaufs- und Bezahlwege sich Händler einstellen müssen.

Dieser Tage häufen sich die Meldungen über Mobile Wallets und mobiles Bezahlen. Stationäre Händler bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, Produkte im Handel mit dem Smartphone zu bezahlen - das Smartphone dient dabei zur Ausführung der Zahlung, bestimmte Technologien wie NFC (Near-Field-Communication) oder QR-Codes werden zur Übertragung der Daten genutzt.

Seit Anfang Mai 2014 können Kunden der Telekom mit dem Smartphone am PoS bezahlen. Die Mobilfunkmarke BASE hat die mobile Geldbörse "BASE Wallet" Mitte im Juli 2014 eingeführt. Die sogenannte Walletcard ist eine digitale maestro-Karte. Nutzer können Geld aufladen oder in Verbindung mit einem Mobiltelefon kontaktlos per NFC weltweit an allen MasterCard PayPass Akzeptanzstellen bezahlen. Vodafone geht mit seiner Wallet bereits in die zweite Entwicklungsstufe. Zum Jahreswechsel 2013/2014 boten die Düsseldorfer mit ihrer Vodafone Wallet ihren Kunden mobiles Bezahlen via NFC an. Heute gibt es deutschlandweit über 40.000 Akzeptanzstellen. Knapp ein halbes Jahr später bietet Vodafone Wallet mit ShowYourCard seinen Kunden auch die Möglichkeit, über 370 Kunden-, Bonus- und Treuekarten in der digitalen Börse abzulegen.

Der Markt bewegt sich also und so sollte man als Händler schon einmal darüber nachdenken, ob die eigene Kundschaft bereit ist für mobiles Bezahlen und ob Sie sich mit mobilem Bezahlen neue Kunden erschließen können. Doch Augen auf bei der Auswahl des Anbieters. Der Markt ist noch jung und es stellt sich die Frage, welcher Anbieter sich am besten in Ihr Abrechnungssystem integrieren lässt und auch in Zukunft nicht vom Markt verschwunden sein wird. Wir geben Orientierungshilfe und stellen fünf Anbieter vor.

Paypal

Die eBay Tochter PayPal ist sehr weit verbreitet und seit mehreren Jahren im Online-Zahlungsverkehr etabliert. Per Paypal können Nutzer per Browser am Desktop, Tablet oder am Smartphone sowie über die PayPal App für Android oder iPhone bezahlen.

So funktioniert's

Paypal bietet mehrere Zahlungsszenarien, die je nach Betrachtungsweise zu Mobile Payment zählen können - oder auch nicht. Zum einen können Kunden Produkte in Ihrem Online-Shop wählen und als gewünschtes Zahlungsverfahren PayPal aussuchen. Zweitens können Kunden einen QR-Code abscannen und den Artikel online bestellen. Das klappt aber nur, wenn Sie als Händler am PayPal QRShopping teilnehmen. Da dem Paypal-Account Kontodaten und Lieferadresse hinterlegt sind, muss der User im Kaufprozess keine weiteren Angaben eingeben. Mit PayPal Express bezahlen Kunden mit zwei Klicks. Allerdings müssen noch E-Mail-Adresse und Passworts oder eine aufs Handy verschickte PIN eingegeben werden. Das ist umständlich und wenig kundenfreundlich und dürfte so manchen Checkout vermasseln.

Daher hat man bei Paypal bereits weiter gedacht: Auf dem Mobile World Congress 2014 hat Samsung angekündigt, beim Thema Bezahlen mit PayPal zusammenzuarbeiten. Um den Bezahlvorgang einfacher und zugleich sicherer zu machen, setzt Paypal auf die neue Fingerabdruck-Sensor-Technologie, die im Galaxy S5 verbaut ist. Damit lässt sich jeder Kauf auch am PoS per Paypal bezahlen und biometrisch per Fingerabdruck verifizieren. Dafür sorgt die FIDO-Allianz (Fast IDentity Online), deren erklärtes Ziel es ist, die Online-Authentifizierung einfacher zu gestalten.

Kosten

Bei einem Verkauf erhebt Paypal eine Gebühr von 1,9 Prozent plus 0,35 Euro pro Buchung. Außerhalb der EU gelten die Paypal-Gebühren für weltweite Zahlungen. In Ihrem PayPal-Konto haben Sie die Möglichkeit, sich für individuelle Händlerkonditionen anzumelden. Diese sind von verschiedenen Faktoren abhängig und werden individuell geprüft. Unter anderem erfordern sie ein ausreichendes monatliches Verkaufsvolumen, eine Mindestnutzung von PayPal über 90 Tage, eine bestimmte durchschnittliche Warenkorbgröße sowie eine beanstandungsfreie Nutzung des PayPal-Kontos. Außerdem müssen Ihre verkauften Waren unseren AGB entsprechen.

Weitere Informationen: https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/merchant