Bezahlmodell kommt

WhatsApp fordert Abo-Gebühren von Android-Nutzern ein

21.11.2012
Besitzer von Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android konnten WhatsApp bislang ohne Abo-Gebühren nutzen. Jetzt schwenkt der Anbieter der App offenbar auf das Bezahlmodell um.
Beliebte SMS-Alternative: WhatsApp
Beliebte SMS-Alternative: WhatsApp
Foto: WhatsApp

Messenger wie WhatsApp sind beliebt unter Smartphone-Nutzern, denn mit ihnen können die Mobilfunkkunden Nachrichten an Freunde und Bekannte versenden, ohne wie bei einer SMS-Mitteilung Entgelte von bis zu 19 Cent oder in Einzelfällen sogar mehr pro Versand zu zahlen. Alles, was der Nutzer für das kostensparende Chatten braucht, ist ein Smartphone mit dem installierten Messaging-Programm sowie eine Daten-Flatrate für die mobile Internet-Nutzung, die es schon für wenige Euro im Monat gibt. Die Textnachrichten werden dann über die Daten-Verbindung versendet, so dass für die Flatrate-Kunden keine weiteren Kosten für das mobile Chatten anfallen - zumindest wenn sie auf ihrem Smartphone einen kostenlos herunterladbaren und nutzbaren Messenger installieren.

Kostenlos zu nutzen war bislang der WhatsApp-Messenger für Android. Nicht, weil der Anbieter einen Dienst an der allgemeinen Nutzergemeinde leisten wollte, sondern weil er über das Gratis-Modell eine große Verbreitung seiner App sorgte. In den Nutzungsbedingungen behielt sich der Anbieter von WhatsApp schon seit seinem Start das Recht vor, den Nutzern Abo-Gebühren zu berechnen - iPhone-Besitzer zahlen beispielsweise schon einmalig 89 Cent für den Download von WhatsApp für iOS aus dem iTunes AppStore. In der Praxis hatte der WhatsApp-Anbieter allerdings bislang auf solche Gebühren für die Android-Version des Messengers verzichtet, aus Kulanz und nur für die Dauer einer nicht näher definierten Testphase. Diese Testphase dauert für manche Nutzer schon länger als ein Jahr.

Offenbar fängt WhatsApp jetzt damit an, Gebühren von den Nutzern der Android-Version einzufordern. Sie werden aufgefordert, ein Abo-Entgelt in Höhe von 99 US-Cent (umgerechnet etwa 80 Cent) für die weitere Nutzung von WhatsApp für die Dauer eines Jahres zu bezahlen. Ansonsten könnten sie den WhatsApp-Messenger nicht mehr weiter nutzen, heißt es. Ob die Download-Gebühr für die iOS-Version von WhatsApp auch in ein solches Jahres-Abo umgemünzt wird, ist bislang nicht bekannt. Nutzer von WhatsApp von Android können in den Kontoeinstellungen unter "Bezahlinformationen" und "Läuft ab" nachprüfen, ab wann sie mit den Abo-Gebühren rechnen müssen.

In Ermangelung geeigneter Kontaktmöglichkeiten für Presseanfragen haben wir den Kundenservice des Anbieters per E-Mail um eine Stellungnahme gebeten. Die Antwort fiel ernüchternd aus, denn der Support-Mitarbeiter gestand zwar technische Probleme des Dienstes ein, ging allerdings inhaltlich auf unsere Frage nach künftigen Nutzungsgebühren nicht ein. Erst vor kurzem stand der WhatsApp-Messenger wegen einer gravierenden Sicherheitslücke in der Kritik.

Mittlerweile gibt es mehrere Alternativen zu WhatsApp, die kostenlos zu nutzen sind und zudem einen größeren Funktionsumfang bieten. Mit dem Messenger von Yuilop ist es beispielsweise möglich, nicht nur untereinander, sondern auch aus der Community heraus kostenlos Telefonate zu führen, SMS-Mitteilungen zu versenden oder zu chatten. Bei Yuilop werden anders als bei WhatsApp die Daten verschlüsselt übertragen, so dass Fremde die Chat-Nachrichten nicht mitlesen können. Eine kürzlich entdeckte Schwachstelle in der iOS-Version hat Yuilop mittlerweile ausgebessert, heißt es im Unternehmensblog. Auf den neuesten Stand zu den Yuilop-Features bringt euch unsere Meldung zum Relaunch der Yuilop-App. Was WhatsApp trotz des geschlossenen Nutzungsmodells so attraktiv macht, ist jedoch der vergleichsweise große Nutzerkreis.

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