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Wettbewerb belastet Deutsche Telekom im ersten Quartal

11.05.2006
Der Wettbewerb auf dem deutschen Telekommarkt hat die Deutsche Telekom im Auftaktquartal belastet. Das Unternehmen senkte daher seine Umsatzprognose für die Festnetzsparte um bis zu eine Milliarde Euro.

Den Rückgang will Vorstandschef Kai-Uwe Ricke allerdings mit einem höheren Zuwachs im Mobilfunkgeschäft ausgleichen, wobei das Auslandsgeschäft mit der zugekauften tele.ring Wachstumstreiber sein soll. Vor allem dank T-Mobile USA und Sondererlösen legte die Telekom im ersten Quartal zu.

Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) kletterte konzernweit gegenüber dem Vorjahr von 4,84 Milliarden auf 4,97 Milliarden Euro und der Umsatz erhöhte sich um 3,9 Prozent auf 14,84 Milliarden Euro. Beim Überschuss verzeichnete Europas größter Telekomkonzern einen Zuwachs von 0,98 Milliarden im Vorjahr auf 1,08 Milliarden Euro. Mit den Zahlen lag die Gesellschaft im Rahmen der Erwartungen. Vorbörslich gab die T-Aktie leicht nach.

Sondereffekte

Getragen wurde das Gewinnplus von Erlösen aus Immobilienverkäufen und der Auflösungen von Rückstellungen, die wegen eines Rechtsstreits mit der Deutschen Post gebildet worden waren. Ohne die Sondereffekte sank der Überschuss um 1,3 Prozent. Durch den Verkauf von Immobilien sei ein Erlös im "niedrigen dreistelligen Millionenbereich" erzielt worden, sagte ein Sprecher.

In Deutschland hat die Telekom mit dem harten Konkurrenzdruck zu kämpfen, der operativen Gewinn und Umsatz von T-Com und T-Mobile Deutschland zum Teil deutlich sinken ließ. Die Festnetzsparte verlor mit rund einer halben Millionen Telefon-Anschlüssen deutlich mehr Nutzer als in den vergangenen Jahren. Im gleichen Umfang nahm T-Mobile allerdings Kunden für die Festnetz-Handys unter Vertrag.

Bedeutung von T-Mobile steigt

Die Telekom profitierte im ersten Quartal einmal mehr von T-Mobile USA, die ihre Kundenbasis im Auftaktquartal um 1,04 Millionen steigerte. Beim Ergebnis verzeichnet die amerikanische Tochter kräftige Zuwächse. In Deutschland gewann die Telekom 284.000 neue Mobilfunknutzer und damit deutlich weniger als Konkurrent E-Plus. "Das Geschäftsfeld Mobilfunk ist nach wie vor der Wachstumstreiber", sagte Ricke.

Die Bedeutung von T-Mobile als Stütze des Konzern steigt weiter: Das Unternehmen hob die Umsatzerwartung für dieses Jahr um eine Milliarde Euro auf 23,3 Milliarden Euro an und glich damit die schwächere Prognose für T-Com aus. Unter dem Strich rechnet Ricke weiterhin mit einem Umsatz von 62,7 Milliarden Euro und einem EBITDA-Gewinn von bis zu 20,7 Milliarden Euro. (dpa/tc)