Weltrekord mit 2 TB

Western Digital Caviar Green WD20EADS im Test

19.03.2009
Von Miachael Schmelzle
Die Western Digital Caviar Green WD20EADS16 ist mit 2 Terabyte Volumen die größte Festplatte der Welt. Die enorme Kapazität wird durch eine deutlich gesteigerte Datendichte erreicht. Das Label "Green" deutet zudem auf ein niedriges Betriebsgeräusch und hohe Energieeffizienz hin. Ein echtes Schnäppchen, also.

Der ehemaligen Platzhirsch Seagate blieb mit der Barracuda 7200.11 ST31500341AS nur fünf Monate lang der Spitzenreiter bei den größten Festplatten. Mit der 3,5-Zoll-Festplatte Caviar Green WD20EADS holt sich Western Digital den Rekord ins Haus. Mit seinem 2-Terabyte-Monster steigert Western Digital den maximalen Speicherplatz eines Einzellaufwerks gleich um 25 Prozent, was einen gewaltigen Sprung darstellt. Die große Kapazitat erreicht die Caviar Green durch eine deutlich gesteigerte Datendichte. Eine Magnetscheibe fasst statt 375 jetzt 500 GB.

Da die hohe Datendichte extreme Anforderungen an die optimale Positionierung der Schreib-Lese-Köpfe stellt, rotieren bei der WD20EADS die Datenscheiben nicht mit der für 3,5-Zoll-Laufwerke typischen Rotationsgeschwindigkeit von 7200 Umdrehungen pro Minute. Laut Western Digital liegt das Drehtempo im Bereich zwischen 5400 und 7200 Rotationen pro Minute. Das bedeutet aber nicht, dass die Rotationsgeschwindigkeit zwischen diesen beiden Werten variiert.

Unterseite der WD20EADS mit Steuerungsplatine
Unterseite der WD20EADS mit Steuerungsplatine

Vielmehr hat Western Digital ein bestimmtes Drehtempo fest eingestellt - den genauen Wert verrät der Hersteller aber nicht. Begründung: Man will sich von der Konkurrenz nicht in die Karten schauen lassen. Stellt man allerdings die Sektorenanzahl der äußeren Spuren in Relation zu den sequenziellen Transferraten, lässt sich die ungefähre Rotationstempo relativ einfach berechnen: Nach unserer Kalkulation liegt es bei knapp 6000 Umdrehungen pro Minute.

Durch das reduzierte Drehtempo büßt die Caviar Green WD20EADS zwar etwas Tempo ein, dafür macht sie ihrem Familiennamen alle Ehre: In der Spitze verbraucht das 2-Terabyte-Laufwerk laut Western Digital nur 6 Watt, hochkapazitive Festplatten mit 7200 Umdrehungen pro Minute schlucken fast doppelt so viel. Hat die Platte nichts zu tun, parkt sie die Schreib-Lese-Köpfe auf einer Rampe und schaltet im zweiten Schritt den Elektromotor ab. Der Verbrauch soll dann auf 3,7 Watt sinken. Und im Stand-by-Modus, dieser lässt sich beispielsweise in den Windows-Energieeinstellungen nach einer bestimmten Zeitspanne automatisch aktivieren, regelt die WD20EADS gemäß den Angaben des Herstellers auf lediglich 0,8 Watt herunter - vorbildlich.

Gedrängte Enge: Die vier Scheiben mit je 3.907.029.168 Sektoren.
Gedrängte Enge: Die vier Scheiben mit je 3.907.029.168 Sektoren.

Ausstattung: Insgesamt acht Schreib-Lese-Köpfe bewegen sich über den vier Datenscheibe der WD20EADS. Der Pufferspeicher des Caviar-Green-Modells beträgt 32 MB - der typische Wert für hochkapazitive 3,5-Zoll-Laufwerke. Die Stoßfestigkeit des SATA/300-Laufwerks fällt im ausgeschalteten Zustand mit 300 G im Vergleich zur Konkurrenz etwas niedriger aus, was auch für die 65 G im Betrieb gilt. Der nutzbare Speicherplatz des nominell 2000 GB mächtigen Laufwerks schrumpft nach NTFS-Formatierung auf rund 1863 GB.

Hier finden Sie das CW-TV-Video zum Test.
Hier finden Sie das CW-TV-Video zum Test.

Ansonsten ist die WD20EADS technisch auf der Höhe der Zeit: Das 3,5-Zoll-Laufwerk setzt auf die Aufzeichnungstechnik Perpendicular Magnetic Recording (PMR) und unterstützt Native Command Queuing (NCQ). Zudem beherrscht das Modell die von Western Digital bekannten Techniken Intellipark, Intellipower und Intelliseek für einen möglichst effizienten Datenzugriff bei optimaler Geräusch- und Vibrationsdämpfung. Technisch interessierte Leser finden auf der Website von Western Digital Flash-Animationen, die die Intelli-Techniken veranschaulichen.

Preis: Der Straßenpreis für die WD20EADS liegt aktuell bei rund 230 Euro. Damit beträgt der Gigabyte-Preis zwar nur durchschnittliche 12 Cent - bei besonders preisgünstigen 3,5-Zoll-Laufwerken zahlen Sie derzeit 8 bis 9 Cent pro Gigabyte. Für ein technisch so ambitioniertes Produkt, das frisch auf den Markt kommt, sind die 12 Cent pro Gigabyte aber ein faires Angebot.

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