Gehaltsvergleich der IG Metall

Wer verdient wie viel in der IT-Branche

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 14 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie schreibt, redigiert, organisiert, moderiert und kümmert sich um die Online-Rubriken Karriere & Gehalt, Freiberufler, Young Professional und den Karriere-Ratgeber sowie den Karriere- und Freiberufler-Newsletter.
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Nur noch 1,3 Prozent Gehaltssteigerung bekamen Beschäftigte der IT-Branche 2015, im Vorjahr lag das Plus bei 2,5 Prozent. Das ergab eine Studie der IG Metall, die auf 37.000 Gehaltsdaten aus 145 Unternehmen der ITK-Branche basiert.

Ein Blick auf die einzelnen Tätigkeiten zeigt, wie unterschiedlich die Steigerungen ausfallen. Die IG Metall bildet 16 Jobfamilien, die insgesamt 76 Tätigkeiten umfassen. Dabei geht die Studie allerdings grundsätzlich von einer 35-Stunden-Woche aus. Offenbar ist der Gewerkschaft bewusst, dass dies nicht der Norm entspricht - die Studienautoren betonen, dass auf die von ihnen genannten Gehaltsdaten für eine 40-Stunden-Woche 14,3 Prozent draufgeschlagen werden müssten.

Starkes Plus für Projektmanager

Dazu ein paar Beispiele: Projektmanager verzeichneten mit 3,2 Prozent für die gesamte Jobfamilie das stärkste Plus. Die Studie unterscheidet von Projektmanagementstufe eins (das Leiten von kleinen Projekten oder Teilprojekten) mit einem Jahresgehalt von typischerweise 52.481 Euro bis Stufe vier. Wer diese erreicht, übernimmt in großen Projekten wirtschaftliche und gegebenenfalls auch personelle Verantwortung und bezieht im Schnitt 86.164 Euro per anno (bei einer 35-Stunden-Woche).

Hinter den Projektmanagern folgen die Hardware-Entwickler und Fertiger mit einem Zuwachs von jeweils 3,1 Prozent. Auch dazu einige Details: In Sachen Hardware verdient ein Junior Entwickler durchschnittlich 46.064 Euro pro Jahr, für den Leiter der Hardware-Entwicklung sind mit 101.951 Euro deutlich mehr üblich. Auch hier geht die IG Metall von einer 35-Stunden-Woche aus. In der Fertigung bezieht ein Arbeiter (etwa ein Montierer oder Bestücker) im Schnitt ein Jahresgehalt von 29.038 Euro. Mehr als doppelt so viel, nämlich 68.529 Euro, erhält ein HW-Ingenieur oder HW-Elektroniker.

Einbußen für Mitarbeiter in Verwaltung und Training

Zwei der 16 Jobfamilien konnten vom durchschnittlichen Zuwachs um 3,1 Prozent nicht profitieren. Ihre Gehälter sind gesunken. Das betrifft Mitarbeiter in der kaufmännischen Administration und im Training. Wer in der kaufmännischen Administration tätig ist, muss lediglich Abstriche von 0,2 Prozent hinnehmen. Auf 35 Wochenarbeitsstunden bezogen, erhält ein Sachbearbeiter auf dem niedrigsten Level damit nun 42.914 Euro pro Jahr. Seine Arbeit beinhaltet beispielsweise das Beantworten von Kundenanfragen oder die Kalkulation von Angeboten. Ein Controller der höchsten Stufe, der etwa Verfahren und Methoden zur Lösung betriebswirtschaftlicher Probleme entwickelt, bekommt im Schnitt 89.411 Euro.

Im Trainingsumfeld sind die Kürzungen deutlicher, sie liegen bei 0,9 Prozent durchschnittlich. Eine Trainingsfachkraft, also ein Dozent in Standardkursen, verdient jetzt 52.506 Euro per anno. Leiter von Schulungseinrichtungen werden im Schnitt mit 87.170 Euro vergütet.

Ein weiteres Ergebnis: 2015 hat die ITK-Branche mehr als 25.000 neue Jobs geschaffen. Damit waren erstmals mehr als eine Million Menschen in diesem Segment beschäftigt. Das hat der Branchenverband Bitkom ausgerechnet. Der Verband beziffert den Umsatz auf 156 Milliarden Euro, das entspricht einem Zuwachs von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2016 zeigt sich der Bitkom optimistisch.

Tarifbindung lohnt sich - sagen die Metaller

Die IG-Metall wertet bei ihrer Umfrage zu rund 60 Prozent Daten tarifgebundener Unternehmen aus, etwa 40 Prozent der Angaben stammen aus ­Firmen ohne Tarifbindung. Nach Angaben der Gewerkschaft erhalten Beschäftigte in tarifgebundenen Firmen elf Prozent mehr Gehalt. Unterschiede zeigen sich auch bei der Arbeitszeit: knapp jeder zweite Beschäftigte aus tarifgebundenen Unternehmen arbeitet bis zu 37,5 Wochenstunden, in den anderen Betrieben wird meist 40 Stunden pro Woche gearbeitet.

Zum Vergleich: Ergebnisse der IG-Metall-Gehaltsstudie 2015