Personalboom in der Telekommunikation

Wer ATM nicht nur schreiben kann, hat beste Chancen

22.11.1996

An Rhein und Ruhr herrscht Aufbruchstimmung. Mit dem überraschenden Einstieg der Essener RWE in das Joint-venture von Veba und C & W stehen im Personalbereich alle Zeichen auf Expansion. 1600 Mitarbeiter der Veba-Holding sowie der RWE Telliance sind bereits in den Startlöchern, um mit der neuen Organisation im Dezember 1996 in den heißumkämpften Markt einzusteigen.

Eine bunte Mischung an Jobs ist zu vergeben

Maßgeblich beteiligt an der Formierung des derzeit stärksten Herausforderers der Deutschen Telekom sind eine Service- (Servco) sowie eine Netzgesellschaft (Netco), die von der übergeordneten Management-Holding mit Sitz in Düsseldorf gesteuert werden. Die Startorganisation an den Standorten Köln, Düsseldorf, Essen, Bochum und Hannover profitiert dabei von den Ressourcen, die von den Veba-Töchtern Vebacom Service und Vebacom Netz sowie der Veba Transport Netz (VTN) und der RWE Telliance eingebracht werden.

"Für 1997 suchen wir 400 Spezialisten", so die Prognose Storps. Vor allem die kommende CeBIT soll Tummelplatz für Bewerber, Personalverantwortliche und Berater sein. Welche Positionen stehen zur Besetzung an? Laut Storp gebe es keine Einschränkungen, man suche Fachkräfte für Vertrieb, Technik und alle kaufmännischen Bereiche, "eine bunte Mischung".

Selbstverständlich sei Berufserfahrung aus dem Telekommunikationsumfeld eine ebenso wichtige Trumpfkarte wie einschlägige fachliche Qualifikationen aus relevanten Universitäts- und Fachhochschulstudiengängen. Angesichts der sehr jungen Branche also ausgezeichnete Startchancen für junge Hochschulabsolventen.

Aktuell würden zahlreiche Positionen für die Beratung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sowie die Betreuung des Endverbrauchergeschäfts gesucht. Ferner seien einige Stellen im Großkundenvertrieb und im Projekt-Management zu besetzen. Darüber hinaus hätten SAP- und EDI-Experten gute Chancen. Eine leidvolle Erfahrung für alle Telekommunikationsanbieter sei die desolate Situation in Ausbildungsberufen, so Storp.

Kein einziger offiziell anerkannter Beruf qualifiziere den Absolventen für das Zukunftsfeld der Telekommunikation. Die Vebacom kooperiere deshalb mit dem Kölner Unternehmen Semantec GmbH, das Schulungsprogramme für Quereinsteiger auf die Beine stellt. Parallel dazu gebe es Kontakte zu einzelnen Hochschulstudiengängen und Lehrstühlen, die den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis fördern und auch den Einstieg und die Karriere von künftigen Mitarbeitern erleichtern können.

Beste Chancen hätten in Zukunft jene Bewerber, "die ATM nicht nur schreiben können". Netzspezialisten aller Couleur können sich auf gutdotierte Jobs freuen. Neben den bereits in Betrieb befindlichen Operation Maintenance Centres (OMC) von Hamburg über Leipzig bis München soll die Infrastruktur 1997 um weitere elf und bis 1998 auf insgesamt 50 technische Headquarters ausgebaut werden.

*Winfried Gertz ist freier Faxhjournalist in München.