IT-Projekte

Wer am Test spart, zahlt häufig drauf

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der Aufwand für die Fehlerbeseitigung nach der Entwicklung ist fünfmal höher für als Test- und Korrekturläufe in der Frühphase des Projekts.
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Sieben von zehn IT-Projekten in deutschen Unternehmen müssen außer Plan ab- oder unterbrochen werden beziehungsweise verzögern sich. Das Beratungsunternehmen Steria Mummert Consulting sieht den Grund dafür "häufig" in nachlässig organisierten Testläufen. Die Unternehmen würden im Allgemeinen zu wenig Zeit und Personal für die Qualitätssicherung bereitstellen.

Dadurch entstehen Fehler, die nachträglich bereinigt werden müssen. Und das kostet unnötig Geld. Laut Steria Mummert würden frühzeitige Test- und Korrekturläufe nur ein Fünftel dessen kosten, was für eine Fehlerbeseitigung im Anschluss an die Entwicklung zu Buche schlägt.

"Die vermeintlichen Kostenführer bei IT-Projekten sparen häufig am Test", bestätigt Lars Hinrichsen, Experte für Managed Testing von Steria Mummert Consulting, "sie machen nur das Nötigste." Besser aufgestellt seien Unternehmen, die das Thema Testing ernst nehmen und beispielsweise eine Testfalldokumentation vorweisen können.

Automatisierte Testabläufe

Dies ermögliche es ihnen auch, Tests extern vornehmen zu lassen, so Hinrichsen nicht ganz ohne Hintergedanken: "Die wirklichen Kostenführer bei Funktionstests vermeiden die Bindung von Fachexperten in Routineüberprüfungen."

Wer Zeit und Geld sparen, aber sein IT-Projekt nicht gefährden will, sollte auf automatisierte Testabläufe setzen, rät Steria Mummert. Das empfehle sich vor allem für wiederkehrende IT-Anpassungen, die sich im eigentlichen Geschäftsbetrieb nur geringfügig auswirken. Hiervon könnten vor allem Energieversorger und Finanzunternehmen profitieren. Im Energiesektor komme es nach der Trennung von Energieerzeugung und Netzen immer wieder zu Änderungen der Datenformate. Und Banken hätten ständig mit IT-Anpassungen im Swift- und Sepa-Geldverkehr zu kämpfen. Das Testen solcher Änderungen lasse sich leicht automatisieren.