Motivation von Mitarbeitern

Wenn Servicetechniker mehr Geld wollen

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Ein Mittelständler ist ziemlich ratlos, weil einige seiner Servicetechniker ein höheres Gehalt wollen, obwohl es aus seiner Sicht schon überdurchschnittlich ist.

Der Chef eines kleinen Unternehmens hat Probleme, seine Servicetechniker zu motivieren. Diese seien wie die Vertriebskollegen im Außendienst unterwegs, um die Geräte zu warten und zu reparieren. Allerdings fühlten sich einige von ihnen im Vergleich zu den Vertriebskollegen unterbezahlt. Die Servicetechniker erhalten ein Fixgehalt und fahren einen Firmenwagen.

Sind 60.000 Euro im Jahr für Servicetechniker genug? Der Chef meint ja.
Sind 60.000 Euro im Jahr für Servicetechniker genug? Der Chef meint ja.
Foto: Tomislav Forgo - Fotolia.com

"60.000 Euro Jahresgehalt sind aus meiner Sicht nicht zu niedrig", sagt er im Online-Karriereforum der COMPUTERWOCHE und fragt: "Wie soll ich einen Mitarbeiter motivieren, der vor allem eines will: mehr Geld? Sollte ich ihm eine Aufsplitting in ein Fix- und variables Gehalt vorschlagen? Muss das Grundgehalt dann nicht niedriger sein? An welche Ziele soll ich das variable Gehalt eines Servicetechnikers knüpfen?"

Motivation: Am Gehalt allein liegt es nicht

Shahram Rokni, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Systrade, meint: "Fehlende Motivation im Job hängt nicht immer mit den sogenannten Hygienefaktoren wie dem Gehalt oder der Sicherheit der Arbeitsstelle zusammen. Wichtig ist die Anerkennung der Leistung. Dazu zählen höhere Positionen, Privilegien und persönliches Lob.

Systrade-Chef Shahram Rokni rät, einen variablen Faktor in das Gehalt des Servicetechnikers zu integrieren.
Systrade-Chef Shahram Rokni rät, einen variablen Faktor in das Gehalt des Servicetechnikers zu integrieren.
Foto: Shahram Rokni, Systrade

Ein weiterer Aspekt ist die Identifikation des Mitarbeiters mit dem Unternehmen. Der Mensch hat ein starkes Begehren nach Bindung. Er sucht Gemeinsamkeiten und empfindet es als lustvoll, mit anderen zu arbeiten, zu kämpfen und zu essen. Wie stark ist die Teamfähigkeit und Loyalität Ihrer Mitarbeiter? Der dritte Faktor ist, inwieweit der Mitarbeiter bei der Lösung seiner Aufgaben gefordert ist. Entspricht der aktuelle Job der Qualifikation des Mitarbeiters? Erhält er immer wieder neue, schwierigere Aufgaben, die er lösen muss? Mein Tipp: Beantworten Sie sich diese Fragen und achten Sie darauf, dass Sie entsprechende Bedingungen in der Arbeitswelt Ihres Unternehmens schaffen.

Darüber hinaus würde ich einen variablen Faktor in das Gehalt integrieren. Da Ihre Servicetechniker ständig beim Kunden sind, dadurch eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm aufbauen und seine IT-Strukturen gut kennen, ist es ihnen gut möglich, weitere Lösungen zu verkaufen.

Gelingt ihnen dies, sollte das entsprechend finanziell honoriert werden. Grundlage dafür sollten klare Zielvereinbarungen sein. Sicher muss dann das Grundgehalt etwas reduziert werden, aber dafür kann ja der variable Gehaltsteil für die Zielerreichung zur zusätzlichen Motivation entsprechend höher sein."

Tägliche Karriereberatung

Ob Chef, Mitarbeiter oder Bewerber, alle können sich mit ihren Fragen rund um das Thema IT-Karriere an unseren Karriere-Ratgeber wenden. Das Online-Forum wird jeweils zwei Wochen von einem Personalexperten betreut. Dort bekommen Sie Antworten auf Ihre Fragen. Täglich und kostenlos.

 

Fred

<<60.000 Euro Jahresgehalt sind aus meiner Sicht nicht zu niedrig", sagt
er im Online-Karriereforum der COMPUTERWOCHE und fragt: "Wie soll ich
einen Mitarbeiter motivieren, der vor allem eines will: mehr Geld?
Sollte ich ihm eine Aufsplitting in ein Fix- und variables Gehalt
vorschlagen? Muss das Grundgehalt dann nicht niedriger sein? An welche
Ziele soll ich das variable Gehalt eines Servicetechnikers knüpfen?>>

EUR 60.000 Brutto-Jahresgehalt - ok, aber bei welcher Wochenarbeitszeit denn?

Ich wundere mich immer wieder, dass diese Angabe fehlt!
Wie soll man da eine halbwegs vernünftige Einschätzung machen können??

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