Der Führungstipp

Wenn Offliner online kommunizieren

25.01.2013
"Ich habe mit einem älteren Kunden großen Ärger. Eigentlich war alles nur ein Missverständnis, das auf eine unglückliche Formulierung in einer E-Mail zurückgeht."
Christoph Burger, Karriere-Coach: "Bei Ärger mit Kunden gilt: Versuchen Sie gar nicht erst, das Thema per E-Mail zu klären, wechseln Sie sofort das Medium. Rufen Sie an oder sorgen Sie für ein persönliches Treffen."
Christoph Burger, Karriere-Coach: "Bei Ärger mit Kunden gilt: Versuchen Sie gar nicht erst, das Thema per E-Mail zu klären, wechseln Sie sofort das Medium. Rufen Sie an oder sorgen Sie für ein persönliches Treffen."
Foto: Privat

Karriere-Coach Christoph Burger rät: "Das Problem ist typisch - und hat eine lange (Kommunikations-) Geschichte. Früher sprach man direkt miteinander. Dann wurde geschrieben, später telefoniert. Und in den letzten Jahren ging es Schlag auf Schlag: E-Mail, SMS, Chat, Facebook, Twitter. Dabei hat jedes Medium eigene Gewohnheiten mit sich gebracht. Nach neueren Untersuchungen wächst der Abstand zwischen "Onlinern" und "Offlinern" dabei immer mehr. Während die einen ohne Tablet-PC und Smartphone nicht aus dem Haus gehen, lassen andere ihre handschriftlichen Notizen von der Sekretärin eintippen.

Nach neueren Untersuchungen wächst der kommunikative Abstand zwischen "Onlinern" und "Offlinern" immer mehr - und öffnet Mißverständnissen Tür und Tor.
Nach neueren Untersuchungen wächst der kommunikative Abstand zwischen "Onlinern" und "Offlinern" immer mehr - und öffnet Mißverständnissen Tür und Tor.
Foto: olly - Fotolia.com

Zugegeben, der zweitgenannte Typ verschwindet zusehends. Dennoch gilt: Es gibt eine Spitze von IT-Experten und Social-Media-Fans, die sich in praktisch allem auskennt. Von dort bis zum Computer-Verweigerer spannt sich ein weites Feld. Als CW-Leser werden Sie zweierlei kennen. Erstens: In Ihrem engeren Umkreis kommunizieren alle elektronisch. Zweitens: Zuweilen fallen Sie aus allen Wolken, weil beispielsweise Ihre Eltern oder ältere Kunden das Versenden einer E-Mail mit Anhang vor unüberwindliche Hindernisse stellt. Konflikte sind hier programmiert. Denn wer das mit dem E-Mail-Anhang kaum im Griff hat, kommt mit Ihrer Twitter-Abkürzung im Text auch nicht klar. Das Tückische daran: Sie erfahren nicht direkt, dass der andere mit Ihrem "done" (vom Englischen do, tun) nichts anfangen kann, Ihr "sry" (sorry) überliest oder Ihr "omg" (oh my god) für eine neue Joghurt-Marke hält. Sie merken höchstens, dass "etwas nicht stimmt".

Sobald Sie dieses Gefühl beschleicht: Schalten Sie einen Technikgang zurück! Versuchen Sie gar nicht erst, das Thema per E-Mail zu klären, sondern wechseln Sie sofort das Medium. Rufen Sie an oder sorgen Sie für ein persönliches Treffen. Das ist der einzig mögliche Weg, handfeste und folgenreiche Missverständnisse im rl (Real life) zu vermeiden. Und das gilt auch für die Kommunikation unter Onlinern.

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Christoph Burger
Danke für die Blumen und die Bestätigung des Inhalts! Herzliche Grüße, Christoph Burger

Katharina Kann's
Da leisten Sie wesentliche Aufklärungsarbeit! Einander verstehen ist eins der schwierigsten Dinge im Arbeitsalltag, und hier klafft die Schere im Moment ganz weit auseinander. Ich hab mir vor Jahren schon angewöhnt, Situationen, die sich nach zweimaligem Mail-Ping-Pong genau gar nicht verändert haben, umgehend per Telefonat anzugehen - und zumeist war das Problem dann asap aus der Welt ;-) Kann ich nur weiterempfehlen.

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