Projekt-Management

Wenn Kollegen Front gegen Projekte machen

06.01.2013
Mit Offenheit und eindeutigen Vereinbarungen beugen Projekt-Manager Konflikten vor. Vier Tipps, wie sich Konflikte schon im Ansatz schlichten lassen.
Nicht jeder Konflikt ist so offensichtlich. Projektleiter sollten schon früher hellhörig werden.
Nicht jeder Konflikt ist so offensichtlich. Projektleiter sollten schon früher hellhörig werden.
Foto: Edler von Rabenstein_Fotolia.com

Konflikte zu schlichten gehört mittlerweile zum täglichen Brot von Projekt-Managern. Kein Wunder: Die Vorhaben werden größer und größer, greifen immer mehr in den Firmenalltag ein und provozieren oft genug auch Widerstand in den eigenen Reihen.

Beispielsweise stellen sich Mitarbeiter der Buchhaltung gegen neue Arbeitsabläufe quer oder Qualitätsverantwortliche stoppen wegen Sicherheitsbedenken komplette Entwicklungsvorhaben. Auch die Projektteams selbst sind nicht gegen Konflikte in den eigenen Reihen gefeit. Streitigkeiten unter den beteiligten Spezialisten sind immer wieder an der Tagesordnung und lähmen die Arbeit.

Luis Stabauer, Next Level Consulting: "Konflikte dürfen nicht ignoriert werden und im Verborgenen weiter schwelen."
Luis Stabauer, Next Level Consulting: "Konflikte dürfen nicht ignoriert werden und im Verborgenen weiter schwelen."
Foto: Privat

"Fast jedes Projekt birgt mittlerweile Konfliktpotenzial", weiß Luis Stabauer, Senior Berater bei Next Level Consulting. Dies sei im Prinzip nicht schlimm. Jedoch dürften die Konflikte nicht ignoriert werden und im Verborgenen weiter schwelen. Stabauer nennt vier Ansätze, wie sich Konflikte im Projekt schlichten lassen.

Konflike rechtzeitig erkennen
Meistens kündigen "leise" Symptome Konflikte an. Projekt-Manager müssen die Ohren spitzen und die Augen offen halten, um sie wahrzunehmen. So können bereits Unlust, bissiges Verhalten oder Kommunikationsverweigerung auf Widerstand hindeuten. "Projekt-Manager sollten nicht darauf setzen, dass Teammitarbeiter, Kollegen im Unternehmen oder andere Interessengruppen von sich aus Konflikte zur Sprache bringen", warnt der Berater.

Konflikte ansprechen
Sobald Konflikte angesprochen und "öffentlich gemacht" sind, baut sich der größte Druck bereits ab. Mögen die Konfliktparteien dabei noch mit Getöse ihrem Ärger Luft machen - der Weg zur Lösung ist mit dem Ansprechen bereits betreten. "Befragen Sie die Beteiligten zu ihren Interessen", empfiehlt der Next-Level-Berater den Projekt-Managern.

Ursachen der Konflikte freilegen
Bei Sachkonflikten prallen unterschiedliche Interessen aufeinander. Arbeiten in Projekten Spezialisten vieler Disziplinen zusammen, kommt es automatisch zu solchen Auseinandersetzungen: Beispielsweise missfallen den IT-Leuten die Ideen des Marketing-Leiters. Produktionsfachleute wehren sich gegen die in ihren Augen zu komplizierten Baupläne der Konstrukteure. Oder Juristen kritisieren die Werbeversprechen der Marketing-Leute.

Übrigens: Manche in Konflikten vorgebrachten Sachargumente sind quasi "Platzhalter". Hinter ihnen stehen Gefühle, etwa Vorurteile oder Antipathien. Wer beispielsweise Angst hat, durch die automatische Erfassung von Rechnungen seinen Arbeitsplatz zu verlieren, mag das Argument vorschieben, die neue Software stecke voller Fehler. Die wahren Gefühle im Gespräch freizulegen ist schwierig, aber häufig der Königsweg zur Lösung.

Strategien für die Lösung erarbeiten
Profis versuchen in Teamdiskussionen oder auch in Einzelgesprächen, selbst Lösungen für die Konflikte zu finden. Ist der Projekt-Manager selbst in einen Konflikt involviert, empfiehlt es sich, einen unabhängigen Mediator heranzuziehen.(hk)

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