Das Erfolgrezept von Oliver Sinner

"Wenn ich groß bin, werde ich Millionär"

19.05.2009
Von Anja Dilk und Heike Littger
Es gibt Menschen, denen gelingt alles, was sie anpacken. Der einstige Internet-Unternehmer Oliver Sinner gehört dazu.

Erfolg? Oliver Sinner lacht. Für ihn heißt das: Seine Gäste sind rundherum zufrieden. Er liebt es, sie am Empfang des Hotels Seemöwe persönlich zu begrüßen. Genießt es, ihre Kinder auf seinem Porschetrekker durch den kleinen Ort zu kutschieren. Freut sich über die 100-prozentige Auslastung seines durchkomponierten Schmuckstücks an der Ostsee. Dass er manchmal damit nur 200 Euro am Tag verdient, spielt keine Rolle. Früher, beim E-Commerce-Experten SinnerSchrader, waren es manchmal 200.000. Na und? Heute, mit Millionen im Rücken, lebt es sich entspannter.

Oliver Sinner hat sich aus dem Internet-Geschäft verabschiedet und lebt heute als Hotelier an der Ostsee.
Oliver Sinner hat sich aus dem Internet-Geschäft verabschiedet und lebt heute als Hotelier an der Ostsee.

Es scheint Menschen zu geben, denen alles gelingt, was sie anpacken. Menschen wie Oliver Sinner. Mit Ende zwanzig, in den späten 90er Jahren, hat er eines der wenigen Internetdienstleister auf die Beine gestellt, der im New Economy-Absturz nicht vom Markt gefegt wurde: SinnerSchrader. Mit Mitte dreißig wechselte der Unternehmer in die Hotel- und Immobilionbranche. In seinem Heimatort Grömitz zog er die Seemöwe auf, später kam das Restaurant Stekhus hinzu, wortgewaltig vermarktet in der Pro 7-Dokusoap "Der Grillkönig von Grömitz." Und zahlreiche Immobilienprojekte.

Abitur auf dem zweiten Bildungsweg

Wie schafft einer wie Sinner das? Einer, der schon zu Schulzeiten einen dieser irritierenden Hollywood-Sätze gesagt hat: "Wenn ich groß bin, werde ich Unternehmer und Millionär"? Sätze, die ihm heute selbst ein bisschen peinlich sind. Einerseits. Andererseits nicht, sonst würden sie kaum so unbefangen aus seinem Mund sprudeln. Warum auch. Schließlich ließ es Oliver Sinner nicht bei der verbalen Steilvorlage.

Dabei sah es nach Erfolg erstmal nicht aus. Kindheit im Ostseeörtchen Grömitz, in den "Wintermonaten eine tote Welt"; Hauptschulabschluss; nach dem Abitur auf dem zweiten Bildungsweg Jurastudium. Bis er hinschmiss, weil er merkte: "die Mädchen im Burlington-Pulli können das einfach besser als ich": Weil er wusste: Um erfolgreich zu sein, ist es besser etwas zu begreifen. Nach zwei Jahren Zivildienst als Streetworker, der erste richtig gute Griff: eine Ausbildung mit begleitendem BWL-Studium beim Versandhandel Otto. Drei Jahre später war der Endzwanziger Millionär.

Inhalt dieses Artikels