Hightech in der Landwirtschaft

Wenn Entwickler auf den Traktor kommen

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Ohne Elektronik läuft im modernen Schlepper gar nichts mehr. Darum suchen Hersteller wie Fendt Ingenieure und Entwickler, die sich mit Fahrzeugelektronik auskennen.

Der Blick in die Fahrerkabine eines Fendt-Traktors verrät vieles: Neben Lenkrad und Armaturenbrett thront eine mächtige "Multifunktionsarmlehne", ausgestattet mit diversen Knöpfen, 6,5-Zoll-Bildschirm und Joystick, über den sich sämtliche Fahrfunktionen aktivieren lassen. "Ob Lenkung, Getriebe, Motoreneinspritzung oder Hydrauliksteuerung, heute sind alle Betriebskomponenten im Traktor elektronisch gesteuert. Damit haben wir mehr Elektronik als in einem Auto", sagt Rainer Hofmann, Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik bei Fendt, nicht ohne Stolz. Im Vordergrund ständen nicht so sehr Multimedia-Anwendungen, wie sie in Autos zu finden sind, sondern Steuerungen, die die Arbeit des Landwirtes unterstützen: Zeit, Saatgut und Diesel sparen heißen die Ziele, die durch das GPS-gestützte Spurführungsgerät erreicht werden sollen. Hier errechnet der Satellit, in welchen Spuren der Traktor fahren oder welche Kurven er ziehen soll.

Keine Spur von Krise

Im Gegensatz zur Automobilindustrie ist die Krise beim traditionsreichen Traktorenhersteller, der zum US-amerikanischen Agco-Konzern gehört, noch nicht angekommen. Im vergangenen Jahr verkaufte Fendt über 15.400 Landmaschinen und damit 15 Prozent mehr als 2007. Kontinuierlich schafft das Unternehmen neue Stellen, insbesondere in Hofmanns Abteilung: Die ist seit 1990 von drei auf mittlerweile 31 Mitarbeiter angewachsen, auch in diesem Jahr sucht Hofmann noch Verstärkung.

Rainer Hofmann, Fendt: In einem Traktor steckt mehr Elektronik als in einem Auto.
Rainer Hofmann, Fendt: In einem Traktor steckt mehr Elektronik als in einem Auto.

Während die Elektrikentwickler CAD-gestützt den Einbau von Steuergeräten und anderen Komponenten wie Lampen konstruieren, konzentrieren sich die Softwareentwickler auf die Softwaresteuerungen. In einem Schlepper finden sich etwa 20 unterschiedliche, komplexe Steuerungen. Zudem müssen die Entwickler Sensorik, Hardware und die Schnittstellen zu angrenzenden Funktionsbereichen der Maschine im Blick haben.