Der Führungstipp

Wenn der Projektleiter nicht akzeptiert wird

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Wie viel IT-Wissen braucht ein Projektleiter, um von den Spezialisten anerkannt zu werden? Mit dieser Frage befasst sich die jüngte Anfrage in unserer Reihe "Führungstipp".

"Vor einigen Monaten habe ich einen Projektleiter für Key-Account-Projekte eingestellt. Er hat die Aufgabe, große Kunden organisatorisch besser zu betreuen sowie Projekte auf unserer Seite schneller voranzutreiben. Meine IT-Spezialisten waren damit in der Vergangenheit oft überfordert. Nun stelle ich fest, dass dem neuen Kollegen die Akzeptanz fehlt, da sein technisches Wissen nicht so fundiert ist wie das seiner Mitarbeiter."

Shahram Rokni, Inhaber des Frankfurter IT-Dienstleisters Systrade, empfiehlt folgende Vorgehensweise: "Wie tief eine Führungskraft mit Management-Aufgaben in IT-Fragen einsteigen muss, hängt auch von der Größe des Unternehmens und des zu leitenden Teams ab. Je größer die Firma, umso mehr Personen sind zu führen, desto mehr strategische Entscheidungen zu treffen und das Schnittstellen-Management zu anderen Abteilungen zu organisieren.

Shahram Rokni, Systrade: "Normalerweisesind bei einer Führungskraft Management-Qualitäten höher zu bewerten als Fachwissen."
Shahram Rokni, Systrade: "Normalerweisesind bei einer Führungskraft Management-Qualitäten höher zu bewerten als Fachwissen."
Foto: Systrade

Natürlich müssen Führungskräfte im IT-Bereich ein technisches Grundwissen haben - entscheidend ist allerdings, dass sie sich auch mit juristischen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen sowie Mitarbeiterführung auskennen. Schließlich sind Führungskräfte Teil des Management-Teams. Darüber hinaus sollten sie in der Lage sein, sprachlich so von ihrer Tätigkeit zu berichten, dass die Unternehmensführung und die Kunden sie verstehen.

Viele Chefs, die ich kenne, würden einen Kandidaten, der über Management-Qualitäten und soziale Kompetenz verfügt, für eine Führungsaufgabe einem IT-Spezialisten vorziehen. Von einem IT-Manager darf erwartet werden, dass er Technologie-Trends einschätzen kann und die Ansatzpunkte rechtzeitig erkennt, die es in seinem Unternehmen für das Entwickeln neuer Produkte gibt." (hk)

Weitere Führungstipps: