Wenn aus einem Netz zwei, drei, viele werden

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Vertraut man auf die Marketing-Strategen, so gibt es derzeit kein heißeres Thema als die Virtualisierung der Netze.

Allerdings wird dieses Verfahren im Networking bereits seit längerem verwendet, um etwa physikalisch getrennte Übertragungswege zu einem logischen Netz zu verbinden oder umgekehrt ein physikalisches Netz in mehrere logische Einheiten aufzusplitten. Mit letzterer Methode lassen sich verschiedene Benutzergruppen (etwa Controlling und Forschungsabteilung) bereits auf Netzebene trennen.

Der von Herstellern häufig in Werbeprospekten unternommene Versuch, das Thema auf eine verbesserte Flexibilität des Netzes zu reduzieren, greift dabei zu kurz, denn an den physikalischen Eigenschaften eines Netzes auf Layer-2-Ebene (Latency, Transferrate, Streckenführung der Kabel) ändert auch eine Virtualisierung nichts.

Transparenz für den User

Sieht man einmal von Speichernetzen ab, ist die Netzvirtualisierung heute vor allem unter vier Aspekten interessant: Sicherheit, Quality of Service (QoS), Zentralisierung von Netzdiensten sowie das Management. Zudem soll dadurch dem Endbenutzer ein transparentes Arbeiten ermöglicht werden, ohne dass er mit der häufig sehr komplexen Netzinfrastruktur in Berührung kommt.

Dabei kann eine Virtualisierung bereits auf der Ebene einer Netzkarte beginnen, der etwa mehrere virtuelle IP-Adressen zugeteilt werden, und sich über die LAN- und WAN-Verbindungen bis hin zu Endgeräten wie Access Points, Switches und Routern erstrecken, die in mehrere logische Geräte aufgeteilt werden. So lassen sich beispielsweise bei Extreme Networks die "Blackdiamond"-Switches in mehrere virtuelle Switches untergliedern, die dann mit verschiedenen Routing-Tabellen arbeiten.

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