SAP-Freiberufler

Weniger Projektanfragen, hohe Honorarwünsche

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Selbständige SAP-Berater gehören immer noch zu den Spitzenverdienern. Das könnte sich jedoch ändern, nachdem das Angebot an Projekten schrumpft.

Regelmäßig ermittelt das IT-Projektportal Gulp die Stundensatzforderungen der 60.000 eingetragenen Freiberufler. Ebenso regelmäßig befinden sich SAP-Berater mit ihren Honorarvorstellungen an der Spitze.

Bislang gehörten SAP-Berater zu den Spitzenverdienern.
Bislang gehörten SAP-Berater zu den Spitzenverdienern.
Foto: Joachim Wendler

So auch diesen Herbst: Während der durchschnittliche Freiberufler 72 Euro verlangt, taxiert der durchschnittliche SAP-Freiberufler seine Arbeit auf 85 Euro. IT-Profis, die sich auf die SAP-Module FI und Co spezialisiert haben, fordern zwischen 80 und 100 Euro in der Stunde.

Nachfrage schrumpft

Ob die SAP-Berater ihre Preisvorstellungen auch künftig durchsetzen können, muss sich erst zeigen. Zwar gehören etwa die beiden Module FI und CO immer noch zu den fünf gefragtesten Kenntnissen im SAP-Bereich, allerdings geht die Nachfrage nach SAP-Freiberufler seit einem Jahr kontinuierlich zurück. Gulp registriert einen Rückgang der angebotenen SAP-Projekte: Während im Oktober 2007 fast 30 Prozent aller Projektanfragen sich auf ein SAP-Projekt bezogen, waren es im September 2008 nur noch 22 Prozent. In diesem Zeitraum haben sich die Projektanfragen für die selbständigen IT-Profis mit der Qualifikation SAP FI/CO sogar halbiert: Auf einen SAP FI/CO-Berater kommen statistisch nur noch 1,2 Anfragen im Monat. Damit ist die Nachfrage die niedrigste seit November 2005. In den vergangenen zwölf Monaten verzeichnete Gulp insgesamt 626 Projektangebote für SAP FI/CO-Spezialisten.

Regional gesehen sind die Projekte für SAP-Freiberufler vor allem im Süden der Republik angesiedelt - und zwar vorwiegend in Frankfurt am Main und Mannheim, Stuttgart, München und Nürnberg.