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Weniger Gewinn bei Oracle

16.03.2001
Applikationssoftware wächst langsamer als erwartet

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Softwarespezialist Oracle blieb mit seinem Ergebnis im dritten Fiskalquartal zwar innerhalb der gesenkten Erwartungen der Wallstreet-Analysten, verzeichnete jedoch mit einem Nettoprofit von 582,7 Millionen Dollar einen Rückgang von 24 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal (763,2 Millionen Dollar). Der Umsatz des Datenbankexperten kletterte gegenüber dem Vorjahr um 9,2 Prozent auf 2,67 Milliarden Dollar.

Überrascht zeigten sich die Marktbeobachter angesichts der geringen Zuwachsrate von 25 Prozent bei den Einnahmen aus dem Applikationssoftware-Geschäft ("Oracle 11i"). Hier hatte Oracle im Rahmen seiner Gewinnwarnung Ende Februar noch eine Steigerung von 50 Prozent prognostiziert. Analysten waren damals sogar von einem Wachstum von 75 bis 100 Prozent ausgegangen. Diese Sparte ist von großer Bedeutung für Oracle, weil der Anbieter aufgrund der nur noch im einstelligen Prozentbereich wachsenden Datenbank-Umsätze nach neuen Einnahmequellen sucht.

Allerdings fiel das Ergebnis der Database-Einheit mit einer Umsatzsteigerung von sechs Prozent höher aus, als noch vor zwei Wochen von Oracle-Chef Larry Ellison prognostiziert. Er hatte lediglich von einem Null-Wachstum gesprochen. Finanzchef Jeff Henley erklärte: "Wir hatten damit gerechnet, dass die Applikationssparte besser als die Datenbankeinheit abschneiden würde. Aber es war genau umgekehrt. Wir ermitteln gerade, was im ersten Quartal passiert ist."

Um die leichte Schieflage des Unternehmens zu korrigieren und Kosten einzusparen, erwägt Oracle nach eigenen Angaben "moderate Entlassungen". Henley hofft, dass die meisten Stellenkürzungen durch altersbedingtes Ausscheiden oder den natürlichen Jobwechsel von Mitarbeitern stattfinden wird.

Im vierten Fiskalquartal geht Oracle aufgrund der sich verschlechternden Konjunktur von einem Ergebnis aus, das wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum bei 15 Cent je Aktie liegen soll. Analysten hatten mit zwei Cent mehr gerechnet.

Die Anleger zeigten sich wenig erfreut über die Nachrichten: Das Oracle-Papier sank am gestrigen Donnerstag um acht Prozent und notierte bei 14,75 Dollar. Im nachbörslichen Handel fiel die Aktie auf 14,51 Dollar.