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Wenig Spannung vor Bekanntgabe der HP-Zahlen

27.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard muss am heutigen Dienstag mit den Zahlen für das dritte Geschäftsquartal eine erste Bilanz der Fusion mit Compaq ziehen. Überraschungen werden dabei aber nicht erwartet: Nach Schätzungen von Analysten hat der US-Konzern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei niedrigeren Einnahmen einen höheren Profit erzielt. So rechnen die Finanzexperten laut Umfrage von First Call/Thomson im Schnitt mit einem Anstieg des Pro-forma-Gewinns von elf auf 14 Cent pro Aktie. Der Umsatz soll dagegen von 18,58 Milliarden auf 16,71 Milliarden Dollar sinken. HP selbst hatte für den aktuellen Berichtszeitraum einen Rückgang der Einnahmen um fünf bis sieben Prozent prognostiziert.

Längerfristig soll der Umsatz aber wieder wachsen, wenn auch nur leicht. So stellte HP-Chefin Carly Fiorina Anfang Juni in Anbetracht der IT-Flaute für die Geschäftsjahre 2003 und 2004 nur einen Zuwachs von maximal neun Prozent in Aussicht. Als Ausgleich erhöhte sie das Sparziel für das laufende Fiskaljahr von 390 Millionen auf 500 Millionen Dollar, in den nächsten zwei Jahren sollen die Kosten um 2,5 Milliarden beziehungsweise rund drei Milliarden Dollar gesenkt werden.

Obwohl die Finanzexperten die Einhaltung dieser Pläne aufmerksam verfolgen, versprechen sie sich nicht zuviel von dem aktuellen Ergebnis. So sind die Probleme der unprofitablen PC-Sparte oder dem Geschäft mit Servern und Unternehmenssoftware hinlänglich bekannt, eine plötzliche Erholung wird aufgrund der anhaltenden Branchenflaute nicht erwartet. Die Analysten rechnen außerdem damit, dass das Dienstleistungssegment wieder einen Gewinn ausweisen wird, ebenso wie der Bereich Drucker und Digitalkameras.

Ein Fonds-Manager von Banc One erklärte, dass es HP in den ersten Quartalen nach der Fusion nicht schwer falle, etwa mittels Stellenabbau Einsparerfolge vorzuweisen. Der wirkliche Test, ob das Merger glücklich verlaufen ist, finde dagegen erst später statt. (mb)