Soundcloud, Napster, Spotify

Welcher Musikdienst ist der beste?

14.04.2012 | von 
Stefan von Gagern
Stefan von Gagern ist diplomierter Medientechniker (FH) und war als Redakteur und Ressortleiter bei den Fachtiteln "Screen Busines Online" und "Page" tätig. Später lehrte er als Dozent für Medienkonzeption im Master-Studiengang "Multimedia Production" an der Fachhochschule Kiel. Heute schreibt er als freier Fachjournalist und Autor über Themen wie Publishing, Internet, Social Media und Digital Lifestyle. Parallel berät er Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von Social-Media-Auftritten.
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Platz 2 - Myjuke.com: In eigenem Format

Die aufgeräumte Juke-Oberfläche kann in Sachen Interaktivität fast mit einem Desktop-Programm mithalten.
Die aufgeräumte Juke-Oberfläche kann in Sachen Interaktivität fast mit einem Desktop-Programm mithalten.
Foto: Stefan von Gagern

Juke wurde zur Internationalen Funkausstellung (IFA) 2011 gestartet - von der Media-Saturn-Holding. Auf den ersten Blick ähnelt das Konzept der Napster-Musikflatrate: 15 Millionen Songs stehen zum Hören bereit - nicht zum Kauf und Behalten, sondern nur, solange das Abo besteht. Mit 9,99 Euro ist der Download und die Nutzung auf den mobilen Apps für Android und iOS inklusive - günstiger als bei Napster. Statt MP3-Format kommt das von Dolby entwickelte Dateiformat Pulse zum Einsatz. Der fürs Streaming optimierte Codec soll bei niedriger Datenrate (160 Kbit/s) gute Qualität ohne hörbare Abstriche liefern. Nach unserem Test können wir nicht über die Klangqualität meckern. Das komprimierte Spezialformat könnte höchstens audiophile Klangfanatiker mit sündhaft teuren High-End-Equipment stören - aber die mögen sowieso nichts Komprimiertes. Ganze Alben oder Wiedergabelisten landen bei Juke zügig auf der Platte oder dem Smartphone. Im Wohnzimmer kann Juke auf den Soundsystemen von Sonos (www.sonos.com) ohne Computer in mehreren Räumen gestreamt werden.

Downloads lassen sich in der gut gemachten App durch Wischgeste starten. Ein Tipp auf den Stern fügt das Album der eigenen Bibliothek hinzu.
Downloads lassen sich in der gut gemachten App durch Wischgeste starten. Ein Tipp auf den Stern fügt das Album der eigenen Bibliothek hinzu.
Foto: Stefan von Gagern

Optik und Bedienung auf der Website wirken dank HTML5 modern und für Browserverhältnisse sehr reaktionsfreudig. Zentrales Element ist das große Sucheingabefeld im optimalen Sichtbereich. Playlisten sind schnell per Drag-and-Drop zusammengestellt. Auf Mausberührung erscheint über jedem Albumcover ein Menü zum sofortigen Hören oder Einfügen in die Wiedergabeliste. So macht das Stöbern und Zusammenstellen von Playlisten Spaß, die dann auf allen bei Juke angemeldeten Geräten (bis zu fünf gleichzeitig sind pro Abo erlaubt) griffbereit sind.

Fazit: Juke überzeugt uns im Web und auf dem Smartphone in Sachen Design, Musikauswahl und Bedienkomfort. Wir vermissen jedoch Innovation: Weder bei der Social-Media-Anbindung noch den offenen Schnittstellen kann Juke mit neuen Ideen glänzen, sondern liefert nur die von Napster vorgelegten Pflichtfeatures in etwas aufgehübschter Form. Dennoch reicht es mit sattem Abstand zum Sieger locker zum "CW Website Award" in Silber.

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