Was CIOs akut beschäftigt

Welche Strategie ist die richtige?

Bettina Dobe ist freie Journalistin aus München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media-Themen spezialisiert. Sie arbeitet für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.
Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die Banken leiden unter der Finanzkrise am meisten. Wie stellen Sie sich dafür auf?
Jürgen Pulm, Royal Bank of Scotland
Jürgen Pulm, Royal Bank of Scotland

Wir befinden uns in einer Umbruchsphase, und entsprechend haben wir unsere Strategie neu definiert. Die Frage war: Was muss man tun, um den Herausforderungen zu begegnen, die der Markt an uns stellt? Ich hatte dabei die Gelegenheit, für die Wealth Management Division von RBS die Analyse der Geschäftsstrategie zu leiten. Sie ergab im Wesentlichen zwei Punkte: Wir müssen uns so positionieren, dass wir die Wirtschaftskrise überstehen können, aber wir müssen uns auch auf ein Wachstum in der Zukunft vorbereiten.

Diese Erkenntnis verlangt nach einem Reengineering der Organisation. Eine Maßnahme war, dass wir aus einer Vielzahl rechtlich selbständiger nationaler Einheiten einen weltweit integrierten Wealth-Management-Bereich gemacht haben. In dieser Organisation übernehme ich zusätzlich zu meiner Tätigkeit als COO der RBS Coutts Bank AG die Leitung der Supportfunktionen für die Wealth Management Division der RBS Gruppe. Dazu gehören neben der IT auch Finanzen und Strategie sowie Marketing.

Die entscheidende Frage, die mich als IT-Verantwortlichen beschäftigt, lautet: Wie lässt sich die neue Geschäftsstrategie in der IT-Strategie abbilden? Dafür gibt es zwei Modelle. Vereinfacht ausgedrückt, geht es um das Abwägen von Skaleneffekten gegen Customization. Sollen wir für unser Onshore-Geschäft die allgemeine RBS-Plattform nutzen und nur für die internationalen Kunden ein eigenes System betreiben? Oder ist es sinnvoller, für das gesamte Private Banking mit seiner anspruchsvollen Klientel, den teilweise sehr komplexen Produkten und dem speziellen Risiko-Management eine integrierte Plattform zu schaffen? Das gilt es zu untersuchen. Noch habe ich die richtige Antwort nicht gefunden. (Juni 2009)