Welche Altersversorgung ist die beste?

29.03.2006 | von Ilona Hörath

Die Vorsorgemaßnahmen kann ein Unternehmen unterschiedlich gestalten. "Mit etwa 70 Prozent ist die Direktzusage die häufigste Form der unmittelbaren Pensionszusagen des Arbeitgebers", sagt Schwinger. Im Rentenalter oder bei Invalidität zahlt der Arbeitgeber die vorher vereinbarte Leistung, zum Beispiel eine Betriebsrente, im Todesfall geht diese an die Hinterbliebenen. Das Geld fließt in diesem so genannten Versorgungsfall aus Pensionsrückstellungen, die der Arbeitgeber steuerlich geltend machen kann. Ein Beispiel für eine solche Zusage: Ein Softwareentwickler erhält 30 Prozent seiner letzten Bezüge als monatliche Rente. Geeignet ist diese Altersvorsorge aber nicht für jeden, wie Schwinger warnt: "Jobhopper tun sich schwer mit der Direktzusage. Die zugesagte Leistung verfällt, wenn Arbeitnehmer kürzer als die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdauer von fünf Jahren im Betrieb tätig sind."

Modelle der Vorsorge

  • Direktzusage: Der Arbeitgeber zahlt im Versorgungsfall (Invalidität, Tod, Rente) die vorher vereinbarte Leistung.

  • Direktversicherung: Der Arbeitgeber schließt eine Rentenversicherung für seine Arbeitnehmer ab.

  • Unterstützungskasse/Pensionskasse/ Pensionsfonds: Versicherungsähnliches Vehikel zur Umsetzung der BAV mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen wie Steuer, Kapitalanlage, Flexibilität in der Beitragsgestaltung etc.). Im Rahmen der Entgeltumwandlung können Arbeitnehmer aus ihrem Bruttogehalt bis zu den jeweiligen Höchstgrenzen Beiträge in diese vom Arbeitgeber bereitgestellten Möglichkeiten leisten. Diese Leistung geht selbst bei Jobwechsel oder Firmeninsolvenz nicht verloren.

    Die Vor- und Nachteile der einzelnen Vorsorgemodelle listet der BVUK-Verband (Betriebliche Versorgungswerke für Unternehmen und Kommunen) unter www.bvuk.de auf.

Die Direktversicherung

Stephan Sachse, Datenlotsen: 'Nur wenige unserer Mitarbeiter haben eine Direktversicherung abgeschlossen.'
Stephan Sachse, Datenlotsen: 'Nur wenige unserer Mitarbeiter haben eine Direktversicherung abgeschlossen.'

Anders die Direktversicherung. Hier schließt der Arbeitgeber eine Rentenversicherung für seine Arbeitnehmer ab und zahlt die Beiträge ein. Vorteil: Er kann sie als Betriebskosten voll von der Steuer absetzen, der Mitarbeiter profitiert unter anderem durch Gruppenrabatte. Vor allem kleinere Unternehmen schätzen die Direktversicherung aufgrund ihres eher geringen Verwaltungsaufwandes. Wie zum Beispiel die Hamburger Datenlotsen Informationssysteme GmbH mit knapp 50 Mitarbeitern. Deren Software unterstützt Verwaltungen, Dozenten und Studenten bei der vorgeschriebenen Umstellung von Bachelor- und Master-Studiengängen. Datenlotsen-Geschäftsführer Stephan Sachse gibt zu: "Nur wenige unserer Mitarbeiter haben eine Direktversicherung abgeschlossen, allerdings rechtzeitig vor dem Stichtag, seitdem sie besteuert werden".

Auch der Münchner IT-Dienstleister Softlab bietet seinen rund 1500 Mitarbeitern eine Direktversicherung an, bei der die Beiträge individuell ausbaubar sind. Die Zuzahlung steigt durch die Dauer der Betriebszugehörigkeit oder die Hierarchiestufe.

Die Unterstützungskasse

Neben der Direktversicherung offeriert "Datenlotse" Sachse seinen Mitarbeitern das Modell der Unterstützungskasse. Auch hier fließt Geld vom Arbeitgeber, entweder direkt oder durch die so genannte Bruttoentgeltumwandlung, wie sie grundsätzlich auch für andere Formen der BAV existiert. "In der Unterstützungskasse sind die Beiträge mit einem Top-Zins fest verzinst, das leistet die Direktversicherung nicht", so Sachse.

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