TrueCrypt

Weiter unklare Lage um Verschlüsselungs-Tool

03.06.2014
Die Lage um das Verschlüsselungs-Werkzeug TrueCrypt bleibt auch Tage nach der überraschenden Einstellung unklar.

Bis Montag gab es keine weiteren Informationen darüber, wieso die Entwickler plötzlich die Arbeit an der Software zur Verschlüsselung von Datenträgern einstellten. Sie hatten am Mittwoch als Grund lediglich das Ende der Unterstützung des Betriebssystems Windows XP durch Microsoft angegeben, während in neuere Windows-Versionen die Verschlüsselung von Festplatten bereits integriert ist.

Die TrueCrypt-Entwickler raten offiziell zum Umstieg auf Bitlocker.
Die TrueCrypt-Entwickler raten offiziell zum Umstieg auf Bitlocker.

TrueCrypt war auch vom NSA-Enthüller Edward Snowden genutzt und empfohlen worden. Deshalb mehrten sich nach dem überraschenden Aus Spekulationen, der Hinweis auf Windows XP sei nur ein Vorwand und im Hintergrund sei das Projekt möglicherweise Ziel von Ermittlungen geworden. Zunächst wurde sogar nicht ausgeschlossen, dass die Ankündigung gar nicht vom TrueCrypt-Team kam, sondern auf einen Hacker-Angriff zurückgegangen sein könnte. An TrueCrypt hatten über Jahre anonyme Entwickler gearbeitet.

Zusätzlich Öl ins Feuer goss die Tatsache, dass TrueCrypt sich gerade in einer Sicherheitsüberprüfung durch unabhängige Verschlüsselungs-Experten befand. Die erste Phase ihrer Untersuchungen, bei der der Quellcode und die Software-Architektur geprüft wurden, förderte keine schweren Sicherheitslücken zutage. Die zweite Phase sollte gerade beginnen, als die Entwickler von TrueCrypt die Reißleine zogen. (dpa/tc)