Wege aus der IT-Kostenfalle

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
IT-Abteilungen verschwenden einen Gutteil ihrer Budgets. Das muss nicht sein.

Hier lesen Sie ...

  • weshalb allzu drastische Kostensenkung in der IT am Ende teuer zu stehen kommt;

  • warum Anwendungsentwickler nicht nur SAP-Schulungen besuchen sollten;

  • was die IT tun kann, um ihren schlechten Ruf loszuwerden;

  • was ihr passieren wird, wenn sie das nicht tut.

"20 Prozent der IT-Budgets sind für die Katz". Mit dieser Online-Meldung erntete Computerwoche.de viel Aufmerksamkeit und - teils zustimmendes, teils kritisches - Feedback. Niemand bestritt den Wahrheitsgehalt dieser Überschrift: Einer Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens A.T. Kearney zufolge halten etwa 60 von 200 befragten Topmanagern einen großen Teil der IT-Ausgaben für fehlinvestiert.

Dirk Buchta, Vice-President und Mitglied der Geschäftsleitung bei A.T. Kearney, hält den in der Umfrage genannten Wert von 20 Prozent sogar für zu niedrig gegriffen. "Zählt man zum Beispiel die vielen technisch veranlassten Release-Wechsel sowie die klaren Doppelentwicklungen - weil die Business-Units alle ihr eigenes Finanzbuchhaltungs-System haben wollten - hinzu, so käme man wahrscheinlich eher auf über 30 Prozent."

Vielmehr stießen sich die Online-Leser vor allem an den Gründen für die angebliche Mittelverschwendung: Die internen IT-Abteilungen verharrten viel zu stark im operativen Geschäft, Innovationen seien von dort nicht mehr zu erwarten, so der Tenor. Einem offenbar persönlich Betroffenen gelang eine treffende Beschreibung des "klassischen Zielkonflikts", dem die IT-Leiter heute ausgesetzt sind: Solange das Ziel Budgetreduktion um jeden Preis heiße und alle IT-Kapazitäten, die "nicht niet- und nagelfest" seien, "veroffshort" würden, fehlten schlicht die Ressourcen, um Gestaltungsspielräume zu nutzen. Die viel beschworene "Anpassung an die Unternehmensziele" lasse sich kaum erzielen, weil sich aufgrund der Sparmaßnahmen die Leistungen auf Mindeststandards reduzierten. "Technologie und deren Weiterentwicklung sind nicht nebenbei und kostenlos zu haben", so das Fazit. Und wenn die Firmenleitungen das nicht einsähen, sei es nur möglich, "den Mangel bestmöglich zu verwalten".

Hebel statt Kostenfaktor