Wege aus der DSL-Wüste

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Lahmes Internet muss nicht sein. Es gibt verschiedene Tricks und Alternativen, um schneller als mit ISDN-Geschwindigkeit auf das World Wide Web zuzugreifen.

Ein Breitbandzugang ins Internet gehört in unserer oft beschworenen Informationsgesellschaft zum guten Ton. Dennoch ist ein DSL-Anschluss in manchen Gegenden nicht für Geld und gute Worte zu haben. Nach Schätzungen des Eco, Verband der deutschen Internetwirtschaft, sind 25 Prozent der Fläche Deutschlands so genannte DSL-Wüste. Betroffen sind dabei Bereiche, in denen der Deutschen Telekom der Ausbau der DSL-Infrastruktur oder die Umrüstung von DSL-untauglichen Glasfaserleitungen (Optische Anschlussleitung = Opal) zu teuer ist. Das Nachsehen haben nicht nur Privatleute, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen, für die ein fehlender Breitbandanschluss inzwischen einen gravierenden Standortnachteil darstellt.

Ursachenforschung

Betroffene sollten sich jedoch nicht mit dem Schicksal abfinden, sondern zunächst ein wenig Ursachenforschung betreiben. Als Erstes gilt es festzustellen, ob breitbandiges Internet in der weiteren Umgebung schlichtweg nicht verfügbar ist oder der digitale Graben nur wenige Häuser entfernt beginnt. Grundsätzlich gilt: Die DSL-Versorgung ist dann "kritisch", wenn die "letzte Meile", also die Strecke von der Vermittlungsstation zum Teilnehmer, über fünf Kilometer beträgt und die Verbindung damit eine zu hohe Dämpfung aufweist. Den Wert können Techniker der Telekom genau ermitteln. Als Maximum gilt eine Dämpfung von 67 Dezibel (db), darüber wird es mit dem Breitbandzugang schwierig. Wie in verschiedenen Online-Foren berichtet wurde, hilft in manchen Fällen eine gewisse Beharrlichkeit, das Stellen mehrerer Anträge - wenn möglich bei verschiedenen Anbietern – sowie der Umstieg von Digital auf Analog. Durch die entsprechend veränderte Frequenznutzung kann gut ein Kilometer gutgemacht werden, was mitunter für DSL light (384 Kbit/s) reicht.

Teilnehmern, die – etwa mangels ausreichender physikalischer Leitungen - an einem DSL-verhindernden Multiplexer hängen, hilft dagegen kurioserweise manchmal ein Wechsel von Analog auf ISDN: Mit etwas Glück werden sie an einen anderen, nun DSL-fähigen Anschluss verlegt.

Schlechte Karten haben dagegen Nutzer, deren Leitung an einem Kabelverzweiger hängt, der an Glasfaser angeschlossen ist, oder wenn alle Ports für DSL bereits belegt sind.

Auch wenn die ersten Bemühungen nichts fruchten, lohnt es durchzuhalten und sich gegebenenfalls in einer Initiative zu organisieren: So können Anbieter durch gesammelte Interessensbekundungen gezielt zur Versorgung bisher unerschlossener Gebiete bewegt werden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, im Verbund die Umsetzung einer alternativen Versorgung mit breitbandigem Internet in Angriff zu nehmen. Derzeit laufen Überlegungen der Bundesregierung, zusammen mit den Bundesländern, 2008 rund 16,6 Millionen Euro an Fördermittel für die Breitbandförderung ländlicher Regionen bereitzustellen - im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK). Laut aktuellem Stand ist dabei vorgesehen, dass die betroffenen Kommunen Förderanträge stellen können.