Trafficmotor Social Web

Websites mit Social Media erfolgreicher machen

Stefan von Gagern ist diplomierter Medientechniker (FH) und war als Redakteur und Ressortleiter bei den Fachtiteln "Screen Busines Online" und "Page" tätig. Später lehrte er als Dozent für Medienkonzeption im Master-Studiengang "Multimedia Production" an der Fachhochschule Kiel. Heute schreibt er als freier Fachjournalist und Autor über Themen wie Publishing, Internet, Social Media und Digital Lifestyle. Parallel berät er Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von Social-Media-Auftritten.
Facebook, Twitter, Google+ & Co. sind heute schon deshalb unverzichtbar, weil immer mehr User über diese Kanäle eine Website überhaupt erst finden. Doch nur wer das optimale Zusammenspiel zwischen Web- und Social-Auftritt schafft, kann das Potenzial für sich nutzen. Wir geben Tipps - vom Like-Button bis zum gesponserten Post.

Wer viel Aufmerksamkeit für die eigene Website möchte, braucht gute Inhalte und mindestens einen Google-Experten. Beides ist immer noch richtig, doch zumindest die letztere Feststellung beginnt zu bröckeln. Der Suchmaschinen-Platzhirsch bekommt gehörig Konkurrenz von Facebook und Twitter, die sich zum zweiten großen Motor für den Webtraffic mausern. Den Trend belegt die Studie "How Consumers Found Websites in 2012" von Forrester Research aus dem vergangenen Jahr. Sie zeigt beispielsweise, dass die Hälfte aller amerikanischen Internetnutzer zwischen 18 und 23 Jahren Inhalte über die sozialen Netzwerke finden und ansteuern. Je älter die Nutzer, desto geringer der Anteil - aber selbst bei den Unter-32-Jährigen sind es immer noch 43 Prozent. Es ist zu erwarten, dass die Zahlen hierzulande ähnliche Dimensionen erreichen.

Der tägliche Blick in den Facebook-, Google+- oder Twitter-Feed ist für viele so normal geworden wie das Lesen der E-Mails. Suchmaschinenoptimierung wird damit zwar nicht überflüssig, aber der Trend geht klar in Richtung Social Media. Wer im Web vorne mitspielen möchte, sollte dabei sein - der Weg zu Facebook, Twitter & Co. verspricht zusätzlichen Traffic und bietet viel Marketingpotenzial - dem direkten Dialog sei Dank. Im Fall von Google Plus verbessert ein Social-Media-Auftritt sogar die Rankings in den klassischen Suchergebnissen.

Doch wie spielen Website und die verschiedenen Social-Kanäle optimal zusammen? Wir zeigen Strategien, Tipps und Tools, mit denen es klappen könnte.

Handverlesene Inhalte servieren

Eine Firmenseite bei Facebook, Google+ oder ein Twitter-Account ist in Minuten eingerichtet, doch die spannende Frage kommt danach: "Was soll da überhaupt passieren?" Was man auf jeden Fall nicht machen sollte, ist mit irgendeiner cleveren App oder vollautomatisiert aus Wordpress & Co. jede Meldung aus dem News- oder Firmenblog-Bereich automatisch auf 140 Zeichen gekürzt auf Twitter oder Facebook zu posten. Das Publikum wird das sofort durchschauen und merken, dass hier kein Dialog stattfindet, sondern eigentlich ein RSS-Feed auf den falschen Kanal am Medium vorbeigeschickt wird. Vermutlich liest dann auch keiner die Kommentare, also wozu "Gefällt mir" drücken?

Wer Traffic aus den sozialen Medien will, muss in Pflege und Inhalte investieren - zumindest ein wenig Zeit und Begeisterung. Inzwischen hat jeder Facebook-User meist hunderte Freunde und Firmenseiten, die er mit "Gefällt mir" markiert hat, jeder Twitterer folgt Hunderten anderen. Um da noch wahrgenommen werden zu können, müssen gute, spannende Inhalte her. In vielen Unternehmen sind die zur Genüge vorhanden - oft wissen ihre Besitzer nur gar nichts davon. Warum nicht mal ein Produkt oder eine Dienstleistung in einer Meldung beleuchten? Ein Feature oder einen Service kurz beschreiben? Ein aktuelles Projekt vorstellen? Ein Foto vom Messestand? Ein Whitepaper zum Download anbieten? Eine Support-Anfrage vorstellen? Die Möglichkeiten sind unendlich und wer einmal kurz über sich oder seine Firma nachdenkt wird feststellen, dass es immer etwas zu berichten gibt.

Wenn nicht, reicht es ab und an aus, die Zielgruppe nach ihren Wünschen und Meinungen zu fragen. Das gibt dann gleich wieder Futter für die Marktforschung. Wichtig ist es, die Botschaften kurz und knackig zu formulieren - für jeden Kanal angepasst. Ein Tweet ist nicht unbedingt auch perfekt für Facebook, denn hier gibt es wesentlich mehr Platz für Texte und Bilder sowie einen "Call to action", also eine Aufforderung etwas zu machen wie liken, antworten, teilen und so weiter. Wer es richtig macht, bereitet die Inhalte also speziell für jede Plattform auf. Es gibt kein Standardrezept, was für wen wie funktioniert - aber sicher einige gute Tipps, was ankommt, wie die Vorlagen in der Slideshare-Präsentation "Blueprint for the perfect Post" zeigen. Das sind jedoch nur Hüllen: Wichtig ist das, was darin zu finden ist.

Die Bloggerin Jennifer Burnham zeigt in ihrer Vorlagensammlung „Blueprints for the perfect Posts“ von Salesforce zeigt wie optimale Beiträge auf Facebook, Twitter, Linkedin & Co aussehen. Darin ist zu sehen, dass sich ein Facebook-Beitrag deutlich...
Die Bloggerin Jennifer Burnham zeigt in ihrer Vorlagensammlung „Blueprints for the perfect Posts“ von Salesforce zeigt wie optimale Beiträge auf Facebook, Twitter, Linkedin & Co aussehen. Darin ist zu sehen, dass sich ein Facebook-Beitrag deutlich...
Foto: Stefan von Gagern / Salesforce.com
...von einem Tweet unterscheidet.
...von einem Tweet unterscheidet.
Foto: Stefan von Gagern / Salesforce.com

Auftritte verbinden

Klingt selbstverständlich, wird aber gerne vergessen: Was nutzt die Facebook-Seite oder das LinkedIn-Profil, wenn über die Unternehmens-Website kein Weg hinführt? Üblich sind heute die vertrauten "Follow us"-Buttons, die die Besucher mit nur einem Klick zu allen Profilen führen. Moderne Redaktions- oder Blogsysteme wie Wordpress haben schon eine direkte Verbindungsmöglichkeit zu sozialen Netzwerken an Bord, die bei einem entsprechenden Design-Thema die Buttons direkt mit ausspucken. Eine Universal-Lösung ist der Button-Generator Addthis: Einfach die Adressen der Profile und einen Button-Text wie "Folgen Sie uns.." eintippen - schon spuckt die Seite Code aus, der sich in den HTML-Code jeder Seite einbetten lässt.