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Websites der US-Regierung verletzen Privacy-Standards

12.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die meisten Websites der US-Regierung erfüllen nicht vollständig die Privacy-Richtlinien für kommerzielle Internet-Seiten. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie des amerikanischen Rechnungshofs General Accounting Office (GAO), der 65 Regierungsseiten untersucht hat. Lediglich drei Prozent der überprüften Websites würden die von der US-Handelskommission FTC (Federal Trade Commission) aufgestellten Standards für E-Commerce erfüllen. Pikanterweise entspricht selbst die Homepage der Handelskommission FTC nicht den eigenen Richtlinien zum Schutz der Privatsphäre. Darüber hinaus verwendet ein halbes Dutzend der Internet-Seiten so genannte "Third-Party"-Cookies, die von externen Web-Servern angelegt werden, um Informationen über persönliche Vorlieben zu speichern. Verbraucherschutzverbände kritisieren die als Cookie bekannte Technologie zum Sammeln von

Kundeninformationen.

In einer ersten Stellungnahme spielten Regierungssprecher das Problem herunter. Die FTC-Standards wären nie für die Anwendung auf Bundesbehörden gedacht gewesen, da sie ausschließlich für den kommerziellen Gebrauch bestimmt sind. Websites der Regierung würden vielmehr den weniger strikten Richtlinien des Privacy Act von 1974 zum Schutz der Privatsphäre entsprechen. Die Benutzung von Cookies werde selbstverständlich so bald wie möglich eingestellt, so die Regierungsvertreter.