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Webserver-Markt: Apache souverän, Windows Server 2008 im Kommen

Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Bei den Marktanteilen der Webserver zeigt sich schon seit langer Zeit immer das gleiche Bild: Apache liegt klar in Führung, Microsoft ist weit abgeschlagen. Eine interessante Veränderung gibt es seit jüngster Zeit aber doch: Microsofts neuestes Serverprodukt Windows Server 2008 ist im Kommen. Obwohl dieses Produkt noch immer Betastatus hat.

Rund 2600 Websites laufen laut einer Erhebung von Netcraft weltweit bereits auf Servern, die mit Microsoft Windows Server 2008 als Betriebssystem und dem Internet Information Services (IIS) 7.bestückt sind. Eine verblüffend hohe Zahl angesichts der Tatsache, dass Windows Server 2008 noch Betastatus hat, die aktuelle Final von Microsofts Serverbetriebssystem ist nämlich nach wie vor der Server 2003.

Unter anderem laufen auch diverse Microsoft-Seiten auf Server-2008-Maschinen. Das überrascht nun niemanden, schließlich muss Microsoft ja sein eigenes Serverbetriebssystem auch unter realen Bedingungen testen und hat zudem ausreichend Techniker zur Hand, um Probleme sofort beheben zu können. Doch die Mehrzahl der 2600 Seiten gehört gar nicht zu Microsoft - und das ist nun in der Tat verblüffend. Denn das bedeutet, dass diverse Webseitenbetreiber nicht die finale Version von Server 2008 abwarten und ihre Seiten stattdessen bereits mit der Beta 3 betreiben. Setzt man diese Zahl von 2600 Server-2008-Websites allerdings in Relation zur Gesamtzahl der von Netcraft erfassten Websites, dann relativiert sich das Bild etwas und es wird klar, dass es sich bei den Server-2008-Nutzern um "early adopters" handelt. Denn Netcraft wertet insgesamt 122 Millionen Websites aus, da sind 2600 ein verschwindend geringer Teil.

53,7 Prozent aller erfassten Websites setzen allerdings überhaupt kein Microsoft-Serverbetriebssystem ein, sondern vertrauen auf den Platzhirsch unter den Serverprogrammen: Auf den kostenlosen, quellcodeoffenen Apache (der in der Regel auf Linux-Maschinen läuft). Die Microsoftserver können insgesamt 31,8 Prozent Marktanteil auf sich vereinen, wobei immer noch um die fünf Millionen Seiten mit dem Oldie Windows 2000 Pro laufen. Knapp vier Prozent der Seiten nutzen zudem diverse Googledienste als Basis für Web-Seiten oder Weblogs. Deshalb erfasst Netcraft jetzt auch Google, obwohl Google natürlich kein Serverbetriebssystem anbietet. Danach folgt abgeschlagen Sun.

Windows Server 2008 wird voraussichtlich noch in diesem Jahr erscheinen und damit Windows Server 2003 ablösen. Erst kürzlich war eine dritte Beta fertig gestellt worden. Microsoft hat das neue Serverbetriebssystem unter dem Codenamen Longhorn entwickelt. (PC-Welt/tc)