Pre startet gut, aber unspektakulär

webOS als große Chance für Palm

08.06.2009
Von pte pte
Am Wochenende hat beim US-Mobilfunker Sprint der Verkauf des "Pre" begonnen, des ersten Smartphone mit Palms neuem Betriebssystem "webOS".
Das webOS des Palm Pre glänzt mit ausgefeiltem Multitasking.
Das webOS des Palm Pre glänzt mit ausgefeiltem Multitasking.

Dieser ist zwar gut verlaufen, doch so lange Warteschlangen wie einst beim Start des Konkurrenten gab es nicht. Unabhängig vom Erfolg des Pre selbst könnte sich webOS als große Chance für Palm erweisen. "Falls Palm sich entschließt, webOS an andere Unternehmen zu lizenzieren, könnte es in die Fußstapfen von Googles Betriebssystem Android treten", glaubt Tina Teng, Analystin bei iSuppli. Für Android prognostiziert iSuppli bis 2010 immerhin eine Verzwölffachung des Smartphone-Marktanteils gegenüber 2008.

"Palms webOS scheint dem iPhone-OS-X im kritischen Bereich der Multitasking-Fähigkeit überlegen", sagt Teng. Allein durch diese Tatsache in Kombination mit dem Multitouch-Screen des Pre könne das aktuelle Gerät einen signifikanten Marktanteil erreichen. Im Vergleich zu Windows Mobile punktet webOS durch die Verwendung von Widgets statt Foldern. Ein Widget-Interface scheine von Usern im Allgemeinen als intuitiver empfunden zu werden, so iSuppli. Insgesamt sei daher vorstellbar, dass es eine starke webOS-Nachfrage seitens anderer Hersteller geben werde. Gerade mit Lizenzierungen könnte webOS ein ernsthafter Herausforderer für Apples Smartphone-Betriebssystem werden, glaubt man beim Marktforschungsunternehmen. Dazu, ob es auch tatsächlich zu Lizenzierungen von webOS an Dritte kommen könnte, will man sich seitens Palm auf Anfrage von pressetext nicht äußern.

Das Pre selbst hat am Samstag einen guten, aber unspektakulären Start hingelegt. Einen Massenansturm auf Sprints rund 1100 Geschäfte gab es nicht, doch den wollte der Betreiber nach Angaben gegenüber der "New York Times" ohnehin vermeiden. Die Nachfrage war immerhin hoch genug, dass das Pre nach Sprint-Angaben bereits am Erstverkaufstag an einer Reihe von Standorten ausverkauft war. Noch schneller ging dies an vielen Standorten der Elektronikkette Best Buy, wo allerdings die Geräte-Vorräte recht begrenzt waren. Für Palm erfreulich waren jedenfalls die ersten Reaktionen der US-Medien, die weithin sehr positiv ausgefallen sind.

Nach dem US-Start des Pre soll das Palm-Paradegerät im zweiten Halbjahr auch weitere Märkte erreichen. Ob dazu auch Deutschland zählen wird, ist noch offen. Als möglicher Stolperstein auf dem Weg zum Erfolg darf jedenfalls das iPhone gesehen werden. Möglicherweise wird Apple schon heute Abend im Rahmen der Worldwide Developers Conference (WWDC) Details zur nächsten Generation des eigenen Geräts präsentieren und Palm damit die Show stehlen. Gerüchte im Vorfeld sprechen unter anderem von einem 3D-Grafikchip, einer längeren Akkulaufzeit, einer Kamera mit höherer Auflösung sowie Video-Aufnahmefähigkeit. (pte)