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Web 2.0 krempelt Unternehmen um

Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Wikis, Blogs und Social Networks bieten Unternehmen große Chancen für das Wissensmanagement, für die Projektkoordination und für die Innen- und Außenkommunikation - sie sind aber auch mit Risiken verbunden.

Der Münchner Kreis hat auf der discuss & discover seine Konferenz "Enterprise 2.0 - Unternehmen zwischen Hierarchie und Selbstorganisation" mit rund 150 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik abgehalten. Unter anderem wurden Themen wie der Einfluss von Web 2.0 Technologien auf die Organisation von Unternehmen diskutiert. Wurden YouTube, Facebook, XING & Co bislang in erster Linie privat genutzt, so spielen sie im Unternehmensalltag mit wachsendem Anteil junger Mitarbeiter eine immer größere Rolle. "Heute stehen sich in vielen Unternehmen zwei Gruppen von Angestellten gegenüber: die so genannten Digital Natives - geboren nach 1980 und mit den Werkzeugen des Web aufgewachsen - und die ältere Gruppe der Digital Immigrants", sagte Prof. Jörg Eberspächer, Vorstand des Münchner Kreises.

Während sich die einen der Wichtigkeit der Vernetzung sehr bewusst sind und zunehmend Bindungen eher über Sachthemen und Peergroups denn über Unternehmensbezüge eingehen, orientieren sich die anderen eher an autarken Organisationsstrukturen und -prozessen. "Die neuen Möglichkeiten des Web 2.0 können da wie eine Frischzellenkur auf Unternehmen und Institutionen wirken - vorausgesetzt sie werden richtig verstanden und implementiert", sagte Stefan Holtel von der Vodafone Group.

Der Münchner Kreis machte deutlich, dass das Web 2.0 auch Risiken mit sich bringt. So warnte Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht vor möglichen juristischen Problemen im Zusammenhang mit der Einbeziehung Sozialer Netzwerke in die Unternehmensorganisation. "Bei einigen Unternehmen wird ein wesentlicher Erfolgsfaktor nicht mit der notwendigen Sorgfalt bedacht: die Rechte der Mitarbeiter. Die unzureichende Berücksichtigung und Einbeziehung vor allem der daten- und arbeitsrechtlichen Belange der Arbeitnehmer kann nicht nur zu Akzeptanzproblemen, sondern auch zur Rechtswidrigkeit eines ganzen Projekts führen".