Prompte Reaktion

"We are sorry", sagt Path

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Path hat prompt auf die Kritik am Upload von Nutzerkontakten auf seiner Server reagiert, sich entschuldigt und sämtliche eingesammelten Daten gelöscht.
Path-Chef Dave Morin erklärt sich bei Wired.com.
Path-Chef Dave Morin erklärt sich bei Wired.com.
Foto: Jim Merithew / Wired.com (CC BY-NC 3.0)

"Wir haben einen Fehler gemacht", lautet der erste Satz des Blogposts von Path-Mitgründer und -CEO Dave Morin. Path habe nach dem Aufschrei aus der Nutzergemeinde verstanden, dass das Design des "Freunde-hinzufügen"-Features falsch gewesen sei. Wie schon gestern betonte Morin, die gespeicherten Kontakte seien ausschließlich für das Matching verwendet und stets nur verschlüsselt übertragen worden (auf den Path-Servern lagen die Daten allerdings nicht verschlüsselt, sondern nur durch "branchenübliche Firewall-Technik" geschützt).

In einem Interview mit "WIRED" wird überdies klar, dass Path die Daten neben dem Matching auch für seinen "Friend-Rank"-Algorithmus verwendet. "Wir wollen Sie nicht einfach mit jedermann auf Path verbinden", sagt Morin dort. "Ohne die Kontaktliste funktionieren eine Features ganz einfach nicht." Path ist als "persönliches Social Network" konzipiert; jeder Nutzer teilt seine Aktivitäten mit maximal 150 anderen Menschen.

Path hat jetzt jedenfalls erst einmal alle von der iPhone-App hochgeladenen Kontakte von Nutzern komplett von seinen Servern entfernt. Gleichzeitig ist die neue Version 2.0.6 der iPhone-App erschienen, die laut Path einen Opt-in für den Zugriff auf Daten von Freunden und Familie enthält (so wie die Android-App schon seit einigen Wochen).

Klar ist was anderes: Der neue Opt-in in der iPhone-App von Path
Klar ist was anderes: Der neue Opt-in in der iPhone-App von Path

Allerdings darf bezweifelt werden, dass Nutzer aus der Formulierung "Für die einfache Suche nach Familie und Freunden muss Path auf ihre Kontakte zugreifen können" ersehen können, dass hier dann doch wieder das komplette Adressbuch zu Path hochgeladen wird. Hier sollte Path unbedingt noch exakter formulieren. Immerhin: Über die Email-Adresse service@path.com kann ein User auch nachträglich die Löschung seiner Adressdaten beantragen.