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FAQ gTLD

Was zu den neuen Domain-Endungen zu beachten ist

Simon verantwortet auf Computerwoche online redaktionell leitend überwiegend alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz. Er entwickelt darüber hinaus innovative Darstellungsformate, beschäftigt sich besonders gerne mit Datenanalyse und -visualisierung und steht für Reportagen und Interviews vor der Kamera. Außerdem betreut der studierte Media Producer den täglichen Früh-Newsletter der Computerwoche. Aufgaben in der Traffic- und Keyword-Analyse, dem Content Management sowie die inoffizielle Funktion "redaktioneller Fußballexperte" runden sein Profil ab.
Wer ab heute eine eigene Top-Level-Domain beantragen möchte - beispielsweise nach dem Muster ".firma" - muss vorher einiges wissen.

Seit heute können sich Interessierte bei der zentralen Vergabestelle ICANN (Internet Corporation for Assigned Names an Numbers) um neue "generische" Top-Level -Domains (gTLDs) bewerben. Web-Adressen mit dem eigenen Firmennamen am Ende sind dann beispielsweise möglich, aber auch Domains nach dem Muster ".marke", ".stadt" und ".branche". Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den neuen Domains.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Unternehmen und Institutionen, die Interesse an einer eigenen TLD haben. In Deutschland haben sich beispielsweise bereits Unternehmen aus einzelnen Städten und Regionen zusammengeschlossen, um sich um die TLDs ".berlin" oder ".köln" zu bemühen. Aber auch Branchenverbände aus den Bereichen Hotelerie (.hotel) und Filmwirtschaft (.film) haben Ambitionen. Weil eine erfolgreiche Bewerbung auch bedeutet, selbst als Domain-Provider auftreten zu müssen, können sich Privatpersonen nicht bewerben.

Wer entscheidet, welche TLDs zugelassen werden?

Das entscheidet wie bei allen anderen Domain-Endungen auch die zentrale TLD-Vergabestelle ICANN (Internet Corporation for Assigned Names an Numbers), eine privatrechtliche Non-Profit-Organisation mit Sitz in Marina del Rey, Kalifornien, USA.

Welche Fristen gelten?

Die Bewerbungen müssen bis zum 29. März 2012 bei der ICANN durch die Buchung eines Bewerbungsslots angekündigt worden sein, die Abgabefrist endet am 12. April 2012. Zwei Wochen später, also um den 26. April 2012, veröffentlicht die ICANN alle Bewerbungen auf ihrer Website. Bis Ende November 2012 wird dann über die Bewerbungen entscheiden. Die genehmigten TLDs sollen zu Anfang des kommenden Jahres live geschaltet werden.

Was kostet die Bewerbung?

Die Buchung des Bewerbungsslots, um überhaupt an der Auswahl teilnehmen zu dürfen, schlägt nach Informationen des IT-Branchenverbandes Bitkom mit 120.000 Euro zu Buche.

Fallen bei erfolgreicher Bewerbung weitere Kosten an?

Das Domain-Management, die Anschaffung und Instandhaltung der Technik sowie die immer wieder notwendige Rechtsberatung (siehe auch die folgende Seite) kosten laut Bitkom bis zu weiteren 500.000 Euro, der spätere laufende Betrieb wird auf bis zu 200.000 Euro jährlich beziffert. Grund ist die Sicherstellung des wirtschaftlichen Betriebs der neuen Adressen. Wer eine eigene Domain-Endung besitzt, übernimmt auch deren komplette Betreuung und fungiert als selbstständiger Provider mit entsprechend hohen Kosten.