Statements zur Messe

Was Topmanager von der CeBIT halten

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Das Image der CeBIT unter den Topmanagern der deutschen IT-Branche hat sich in diesem Jahr offenbar verbessert. Zwar gibt es nach wie vor kritische Stimmen, aber die Mehrzahl der Befragten erwartet von der Messe gerade in der Wirtschaftskrise eine Leitfunktion.

Thomas Schröder, Sun Microsystems

Thomas Schröder, Sun Microsystems
Thomas Schröder, Sun Microsystems
Foto: Sun Microsystems

Die diesjährige CeBIT werde ein starker Indikator dafür sein, inwieweit die IT von der Finanzkrise betroffen ist, das steht für Thomas Schröder, den Geschäftsführer von Sun Microsystems, fest: "In den vergangenen Jahren sind die Besucher- und Ausstellerzahlen stetig zurückgegangen, obwohl sich die CeBIT immer weiter geöffnet hat. Das wurde der Messe auch zum Vorwurf gemacht - zu wenig fokussiert, zu stark diversifiziert. Mit dem diesjährigen Ansatz, Kernthemen aufzugreifen und zu positionieren - auch mit dem Partnerland Kalifornien, das eines der wichtigsten IT-Standorte weltweit ist - bekommt die Messe wieder einen stärkeren Fokus."

Er glaube zwar nicht, dass sich das positiv auf die Besucherzahlen auswirke, so Schröder weiter, aber er erwarte, dass nur diejenigen zur CeBIT fahren, die konkret Investitionen planen: "Es wird also weniger Besucher geben, die einfach so über die Messe tingeln."

Andererseits würden die Hersteller heute nicht mehr auf die CeBIT warten, um ihre Neuheiten zu veröffentlichen, räumt der Sun-Geschäftsführer ein: "Den Ansporn, auf die Messe zu gehen, um sich über das Neueste zu informieren, gibt es nicht mehr. Das wird sich auch nicht mehr ändern." Was es auf der CeBIT aber sehr wohl gebe, sei der Austausch von Best Practices und Erfahrungen sowie Communities: "Letztere agieren zwar hauptsächlich im Netz. Es ist aber erstaunlich, wie viele Leute auf unseren Community-Day im Rahmen der CeBIT kommen. Es gibt also in diesen Kreisen durchaus eine soziale Komponente - um Geschäfte zu machen, sich mit Technik auseinanderzusetzen und neue Ideen zu finden."

Sun präsentiert sich in diesem Jahr auf zwei Themenständen: Open Source und Green IT. "Durch den Open-Source-Stand locken wir eine Community auf die CeBIT, die sonst möglicherweise nicht nach Hannover kommen würde", so Schröder: "Wir wollen zeigen, wie Unternehmen ihr Geschäft mit Open-Source-Software betreiben können, wie der Business Case dazu aussieht und welche Einsparungen sich damit realisieren lassen."