Nokia E63 im Praxistest

Was taugt die Billigversion des E71?

Yvonne Göpfert ist als freie Journalistin in München tätig.
Das Nokia "E63" bietet die meisten Features des erfolgreichen Business-Handys "E71" - zu einem deutlich niedrigeren Preis. Lohnt sich die Investition oder spart man am falschen Ende ?

Dass es sich beim E63 um ein Einsteiger-Smartphone handelt, offenbart sich bereits beim Auspacken des Geräts: So wurde die edle Metallhülle des Business-Handy E71 beim E63 durch Plastik ersetzt - was allerdings die Haptik nicht weiter beeinträchtigt. Und auch optisch macht es dank metallicfarbener Hülle in weinrot oder dunkelblau etwas her. Störend ist der Umstand, dass das Symbian S60-Smartphone gleich drei Millimeter dicker ausfällt als sein großer Bruder, bei ansonsten ähnlichen Maßen. Ansonsten liegt das gut 130 Gramm schwere E63 aber auch beim Telefonieren gut in der Hand.

Mit dem Nokia E63 sind E-Mails schnell getippt.
Mit dem Nokia E63 sind E-Mails schnell getippt.

Die gummierte Volltastatur nimmt ebensoviel Platz ein wie beim E71. Auch sonst gibt es bei den QWERTZ-Keyboards der beiden Geräte deutliche Übereinstimmungen: Der Druckpunkt der Tasten ist exakt, zu kritisieren ist lediglich, dass sie arg klein geraten sind und und damit nicht ganz so leicht zu treffen sind. Schade, denn bereits etwas stärker gewölbte Tasten hätten dieses Problem entschärft. Nichtsdestotrotz eignet sich das Smartphone auch für längere E-Mails oder Dokumente. Sonderpunkte kassiert Nokia für die Idee, eigene Tasten für Umlaute bereitzustellen. Diese werden jedoch wegen der zu kleinen Leertaste gleich wieder eingezogen.

Wie bereits beim E71 ist auch beim E63 das 240 mal 320 Pixel große - beziehungsweise kleine - Display zu kritisieren: Zwar ist der Bildschirm, was Schärfe und Farbtiefe betrifft, über alle Zweifel erhaben. Angesichts der zahlreichen Konkurrenten mit großen Touchscreens, wirkt das 2,4-Zoll-Display veraltet. Wegen Unübersichtlichkeit wird die Benutzerfreudigkeit beim Lesen von E-Mails oder beim Surfen im Web stark beeinträchtigt.

Zwei Startbildschirme

Wie bereits beim E71 praktiziert, kann auch der Nutzer eines E63 zwei verschiedene "Desktops" für sein Smartphones festlegen und mit unterschiedlichen Direktzugriffen zu versehen, etwa einen für die Arbeit mit Terminkalender, Adressbuch und E-Mail-Zugang und einen für die Freizeit. Dort könnte sich neben dem Telefonbuch und den E-Mails der Zugriff auf die Bildergalerie oder den Musik-Player finden. Soviel zur Theorie. In der Praxis scheitert dieser Plan an dem Umstand, dass das E63 wie auch das E71 eine einzige Kalenderdatenbank für berufliche und private Termine nutzt. Geschäftstermine sieht man also auch auf dem Privatbildschirm. Gleiches gilt für das Adressbuch. Alle Einträge tauchen sowohl im Geschäfts- als auch im Privatadressbuch auf. Und damit lässt sich in der Praxis der berufliche Alltag nicht komplett vom privaten Alltag lösen.