FAQ Cloud Computing

Was Sie über die Cloud wissen müssen

18.02.2014 | von Wolfgang Sommergut (Autor) 
Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
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Was versteht man unter einer Hybrid Cloud?

Mit der Ausbildung verschiedener Cloud-Varianten entstand die Idee, diese miteinander zu kombinieren. In erster Linie geht es dabei um die Verbindung von Public und Private Cloud. Hauptsächlicher Zweck dieser Kopplung ist die Anmietung von externen IT-Ressourcen bei Lastspitzen, so dass bei kurzfristigen Kapazitätsengpässen Workloads zu einem Public-Cloud-Provider ausgelagert werden können. Die Rede ist dabei vom so genannten Cloud Bursting.

Die Vorstellung vom bedarfsabhängigen Transfer virtueller Maschinen in die Rechenzentren eines Cloud-Providers hat ihren Reiz, weil dies Unternehmen den kostspieligen Ausbau ihrer IT-Infrastruktur für einige wenige Bedarfsspitzen pro Jahr erspart.

Welche Hindernisse stehen gegen die Einrichtung einer Hybrid Cloud?

Bei der Auslagerung von Workloads muss sichergestellt sein, dass nur weniger sensible Daten nach außen gelangen. Da ein Abfedern der Lastspitzen in der Regel nicht durch manuelle Migration von virtuellen Maschinen (VMs), sondern automatisch erfolgen soll, müssen also die Virtualisierungsplattform beziehungsweise ihre Management-Werkzeuge in der Lage sein, Anwendungen zu klassifizieren und anhand von Policies die Ausführung an bestimmten Standorten zuzulassen oder zu unterbinden.

Die größte Hürde für eine automatische Migration von Workloads zwischen Private und Public Cloud besteht in den fehlenden Standards für virtualisierte Umgebungen. Zwar lassen sich die Images zwischen den verschiedenen Systemen konvertieren, allerdings gehen dabei viele erweiterte Attribute verloren, beispielsweise Einstellungen für Security oder die lizenzrechtlich relevante Host-Affinity. Letztere soll zum Beispiel sicherstellen, dass jeder Host die notwendigen Lizenzen zum Betrieb der in der VM laufenden Software besitzt. Vor allem macht ein solcher Systemwechsel ein übergreifendes und transparentes Management zwischen intern und extern gehosteten Anwendungen unmöglich.

Aus diesem Grund verlangt das Cloud Bursting in der Private Cloud und in den Rechenzentren des externen Providers de facto die Plattform des gleichen Herstellers. VMware als führender Anbieter von Software für die Private Cloud baut zu diesem Zweck ein Netzwerk aus Hosting-Partnern auf, die seine Technologie einsetzen und so Workloads von VMware-Kunden aufnehmen können. Microsoft setzt zu diesem Zweck vor allem auf Azure.