Individualisten zu Teamplayern machen

Was Projekt-Manager können müssen

22.07.2010
Von Matthias Müller
Gute Projektleiter können motivieren. Wer sie halten will, muss das ebenfalls können.
(Foto: Wikipedia Creative Commons/Jörg Landsberg)
(Foto: Wikipedia Creative Commons/Jörg Landsberg)
Foto: Wikipedia Creative Commons/Jörg Landsberg

Wie ein Unternehmer muss auch der Projekt-Manager wichtige Kennzahlen im Auge behalten und korrigierend einwirken (siehe Bilderstrecke "Projekt-Manager-Kompetenzen"). Karriereperspektiven in der Disziplin Projekt-Management (PM), vergleichbar mit einer klassischen Führungslaufbahn, bieten die meisten Linienorganisationen jedoch nicht. Projekt-Manager sehen ihre Tätigkeit häufig als Übergangsphase oder Karrieresprungbrett. Später wechseln sie in eine Führungsposition in der Linie, wenn sie keine definierten Aufstiegschancen im Projekt- oder Programm-Management für sich erkennen, oder verlassen das Unternehmen ganz. Ihr Wissen und ihre Erfahrung gehen der Organisation verloren.

Was ist eine Projekt-Management-Laufbahn?

Unternehmen, die einen erheblichen Anteil der Wertschöpfung mit Projekten erwirtschaften, sollten deshalb eine Projekt-Management-Laufbahn einführen, um fähiges Personal an sich zu binden und ihr Geschäft für die Zukunft zu sichern. Eine solche Karriere muss durch die Unternehmenskultur unterstützt werden.

Nicht nur in der Linie lässt sich aufsteigen, auch Projektmitarbeiter können Karriere machen. Quelle: Campana & Schott
Nicht nur in der Linie lässt sich aufsteigen, auch Projektmitarbeiter können Karriere machen. Quelle: Campana & Schott

Eine PM-Laufbahn weist - analog zu einer Führungslaufbahn in der Linie - unterschiedliche Stufen auf. Idealerweise finden sich die Mitarbeiter mit ihren Kompetenzen auf diesen Stufen wieder (siehe Abbildung "Projekt-Management-Karriere").

Projekte sind einmalige Vorhaben mit einem definierten Anfang und Ende, je nach Branche oder Zielstellung unterschiedlich komplex. In jedem neuen Projekt arbeiten je nach benötigten Kompetenzen wieder neue Projektbeteiligte bereichs- und unternehmensübergreifend zusammen. Damit stellen sich unterschiedliche Anforderungen an die Kompetenzen der Projektleiter. Um die Stellen bestmöglich zu besetzen, sind Anforderungsprofile hilfreich. Diese ermöglichen eine Einordnung der Mitarbeiter nach Projekterfahrung und Kompetenzen. Durch eine zusätzliche Kategorisierung der Projekte anhand definierter Kriterien, etwa nach Komplexität oder Budgethöhe, lässt sich der am besten als Projektleiter geeignete Kandidat identifizieren.

Solche Anforderungsprofile sind passend zu den Karrierestufen des Laufbahnmodells zu schaffen. Durch persönliche Weiterentwicklung und durch vom Unternehmen geförderte Kurse erreichen engagierte Mitarbeiter den Wechsel auf die nächsthöhere Karrierestufe.

Projekt-Management ist eine Disziplin, die sowohl fachliche als auch ausgeprägte soziale und methodische Kompetenzen erfordert. Durch die steigende Komplexität und Internationalisierung von Projekten spielen zusätzlich technische und interkulturelle Kompetenzen eine wichtige Rolle. Während Projekte früher vorwiegend von Managern mit großem Fachwissen geleitet wurden, geht es heute eher darum, die wirtschaftliche und strategische Gesamtsituation eines Projekts richtig einzuschätzen und im Blick zu behalten.

Ein guter Projekt-Manager überschaut ein Vorhaben fachlich und geht methodisch strukturiert vor. Er hat Kompetenzen, um die Projektziele in der Gesamtorganisation durchzusetzen und das Projekt richtig in den Kontext des Unternehmens einzuordnen. Hinzu kommen Führungs- und Team-Building-Kompetenzen, die ohne Kommunikationsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen nicht vorstellbar sind. Gute Projektleiter sind außerdem durchorganisiert und bewahren auch in hektischen Phasen einen kühlen Kopf.

Die Gesellschaft für Projekt-Management (GPM) hat ein Standardwerk herausgegeben, das diese Fähigkeiten beschreibt.

Welche Kompetenzen braucht ein Projekt-Manager?